Oracle und SAP bekämpfen sich weiter

Es ist ein Hin und Her im Streit zweier IT-Giganten: Oracle und SAP ziehen sich gegenseitig seit Jahren vor Gericht, letzten Monat hätte der Fall endlich ad acta gelegt werden sollen. Hätte, denn Oracle will nun noch mehr Geld von SAP und geht in Berufung.

Larry Ellisons Firma Oracle hofft, von SAP noch mehr Geld erhalten zu können.Larry Ellisons Firma Oracle hofft, von SAP noch mehr Geld erhalten zu können.

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» Von AWP, 04.09.2012 08:15.

Für den deutschen Software-Primus SAP geht der Alptraum weiter: Der US-Erzrivale Oracle hat eine neue Runde in dem seit fünf Jahren laufenden Rechtsstreit um geklaute Software eingeläutet. Statt ein Urteil mit einer Wiedergutmachung von 306 Millionen Dollar zu akzeptieren und damit einen Schlussstrich unter das Verfahren zu ziehen, hat Oracle Berufung eingelegt. Das bedeutet, dass sich die beiden Parteien vor der nächsten Instanz wiedersehen. 

«Wir sind enttäuscht, dass Oracle diesen Rechtsstreit weiter hinauszieht», sagte ein SAP-Sprecher am Montag und bestätigte damit einen Bericht des «Mannheimer Morgens». «Wir hatten uns auf eine vernünftige Regelung geeinigt, denn wir glauben, dass dieser Fall schon lange genug andauert.» SAP wolle nach wie vor den Rechtsstreit abschliessen. Der Konzern hat die Verfehlungen längst eingestanden und sich öffentlich entschuldigt. 

Alles begann vor sieben Jahren

Die Sache, um die es geht, liegt Jahre zurück: Mitarbeiter der 2005 übernommenen und mittlerweile geschlossenen SAP-Tochterfirma TomorrowNow hatten im grossem Stil unrechtmässig Updates bei Oracle heruntergeladen. Die Staatsanwaltschaft von San Francisco kam bei ihren Ermittlungen auf mindestens 6249 Fälle und brummte SAP eine Strafe von 20 Millionen Dollar auf. Parallel dazu läuft seit 2007 die zivilrechtliche Klage von Oracle. 

Eine Jury hatte Oracle zunächst einen Schadenersatz von 1,3 Milliarden Dollar zugesprochen; eine Richterin hatte die Summe indes als «extrem übertrieben» kritisiert und sie auf 272 Millionen Dollar reduziert. Oracle wollte sich das nicht bieten lassen. Um ein langwieriges und durch die hohen US-Anwaltshonorare auch teures neues Verfahren abzuwenden, bot SAP die Zahlung von 306 Millionen Dollar an. Oracle willigte in den Vergleich ein. Die zuständige Richterin Phyllis Hamilton gab ebenfalls ihren Segen. 

Oracle änderte aber jetzt seine Meinung und entschied sich für die Berufung. «Der Vergleich über die 306 Millionen Dollar bleibt auch in der nächsten Instanz bestehen», sagte ein SAP-Sprecher. Diese Summe ist demnach der Mindestbetrag, den SAP an Oracle überweisen wird, selbst wenn nun eine geringere Schadenssumme festgestellt werden sollte. SAP hatte seinem Rivalen bereits Verfahrenskosten in Höhe von 120 Millionen Dollar ersetzt.

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