Kölner DeepL fordert Google Translate heraus

» Von Jens Stark , 29.08.2017 14:21.

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Rechenkraft aus Island

DeepLs künstliche Intelligenz läuft auf einem Supercomputer in Island, der 5.1 petaFLOPS (5'100'000'000'000'000 Operationen pro Sekunde) ausführen kann, genug Leistung, um eine Million Wörter in weniger als einer Sekunde zu übersetzen. «Aufgrund des Überangebots an erneuerbaren Energien können wir unsere neuronalen Netze in Island sehr kostengünstig trainieren. Wir werden dort weiterhin in leistungsstarke Hardware investieren», erklärt CTO Jaroslaw Kutylowski.

Das DeepL Team nutzt diesen Supercomputer, um neuronale Netze mit einer riesigen Sammlung mehrsprachiger Texte zu trainieren. Die Netzwerke schauen sich dabei sehr viele Übersetzungen an und lernen selbständig, wie man grammatikalisch korrekt übersetzt und gute Formulierungen wählt. Dabei können die Kölner auf das Vorgängerprodukt Linguee zurückgreifen. In den letzten zehn Jahren hat DeepL mehr als eine Milliarde Übersetzungen zusammengetragen und kann diese nun zum Training der künstlichen Intelligenz nutzen.

42 Sprachkombinationen

Der DeepL Übersetzer unterstützt derzeit 42 Sprachkombinationen zwischen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch und Niederländisch. Die neuronalen Netze trainieren bereits, um in Zukunft weitere Sprachen wie Mandarin, Japanisch und Russisch zu beherrschen. DeepL beabsichtigt ausserdem, in den kommenden Monaten eine Programmierschnittstelle (API) zur Verfügung zu stellen. So kann die Übersetzungstechnik auch in anderen Produkten wie digitalen Assistenten, Wörterbüchern, Sprachlernanwendungen und professionellen Übersetzungsprogrammen eingesetzt werden.

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