IPv6-Tag: «Das Internet brach nicht zusammen»

Der IPv6-Tag ist ohne nennenswerte Pannen über die Bühne gegangen, zur Freude der Beteiligten.

  

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» Von Jens Stark , 09.06.2011 10:25.

Während 24 Stunden haben am 8. Juni mehr als 400 Firmen weltweit das Internet-Protokoll der nächsten Generation (IPv6) getestet. Bei diesem Versuchslauf klappte anscheindend alles wie am Schnürchen. Keiner der Beteiligten aus Industrie, Wissenschaft und Verwaltung meldete besondere Vorkommnisse, weder wurden grössere Ausfälle verzeichnet noch taten sich Sicherheitslöcher auf.

Auch die Internet-Schwergewichte wie Google, Yahoo und Facebook, die sich am IPv6-Tag beteiligt haben, berichten, dass alles rund lief. Donn Lee, Netzwerkingenieur bei Facebook, meint, man habe keinerlei Beeinträchtigung der beliebten Webseite festgestellt. «Das Internet ist nicht zusammengebrochen», sagt Lee und lacht. «Wir sind sehr erleichtert, dass es technisch gesehen ein solcher Non-Event wurde. Denn wir hatten noch nie einen Test in dieser Grössenordnung durchgeführt», ergänzt der Facebook-Techniker.

Tatsächlich hätten sich eine Million der 500 bis 600 Millionen Facebook-Benutzer via IPv6 mit dem Sozialen Netzwerk verbunden, berichtet Lee. Er kann sich vorstellen, dass eine Handvoll von Usern Probleme hatten, Facebook anzusteuern. Er schätzt den Anteil auf 0,03 Prozent der User.

Auch Arbor Networks hat Messungen durchgeführt und berichtet von einer Verdoppelung des IPv6-Verkehrs - eine Verdoppelung allerdings auf tiefem Niveau. Nach wie vor basiert über 99 Prozent des Internetverkehrs auf IPv4. Laut Arbor-CTO Rob Malan habe das gestrige IPv6-Angebot von Google, Yahoo und anderen dazu geführt, dass es auch konsumiert wurde. Dabei sei besonders erfreulich, dass der Anteil nativer IPv6-Verbindungen grösser war als erwartet. Denn die Techniker gingen davon aus, dass der IPv6-Verkehr hauptsächlich via Tunneling-Techniken abgewickelt werde. «Der Anteil nativer Verbindungen am IPv6-Verkehr stieg von anfänglich 5 Prozent auf 30 bis 35 Prozent», berichtet Malan. «Das ist ein sehr erfreuliches Zeichen», lautet sein Fazit.

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