IBMs Notes offenbar vor dem Aus

Elektronische Post ist die am meisten verbreitete Form der Kommunikation am PC. Für IBM ist die Zeit reif, die E-Mail abzuschaffen. Auch Notes scheint vor dem Aus zu stehen.

» Von Mark Schröder , 28.01.2014 06:19.

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Vor einem Jahr malten Verantwortliche von IBM an der Hausmesse «Connect» in Orlando die Zukunft der E-Mail rosarot. Dem nächsten Major Release der Messaging-Plattform Notes wurde gehörte die Zukunft. Die Zukunft war indes kurz. Denn an der diesjährigen Ausgabe der «Connect» war von Notes 9 schon keine Rede mehr. Vielmehr wurde von den Rednern während der Messe gleich auch noch die E-Mail abgekündigt.

Für Big Blue ist die Zeit reif für das Social Massaging nach dem Vorbild von Facebook und Twitter. Denn heute sei die elektronische Post einer von vielen Wegen, mit Teams zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten. «Mittlerweile gibt es schnellere und interaktivere Methoden als E-Mail für die Kommunikation, die auch aus der Cloud kommen und mobil nutzbar sind. Das ist die neue Generation von E-Mail», meinte Jeff Schick. Der Vice President Social Software bei IBM muss schon von Berufswegen so denken, schliesslich ist seine Hauptaufgaben bei Big Blue, für Social Software zu trommeln. Die Realität in den Unternehmen ist aber noch eine andere. Auch das weiss Schick. Zwischen 45 bis 50 Prozent der Belegschaft zählt heute in die Gruppe der Millennials. Die waren Teenager während der Jahrtausendwende und sind mit Computertechnik aufgewachsen. Ihre bevorzugte Kommunikationsform ist E-Mail.

Alleine wegen der grossen Verbreitung sieht Schick das Ende der E-Mail noch nicht in naher Zukunft. «E-Mail wird nicht aussterben», beruhigt er. An der IBM-Hausmesse «Connect» zeigten Schick und seine Kollegen aus der Social-Software-Abteilung aber neue Technologien, die elektronische Post mit Elementen aus Social Media vereinen.

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KOMMENTARE

Gregor Weisser: 08-03-14 15:38

Was viele nicht wissen: Notes ist nicht nur E-Mail, sondern eine Applikations-Plattform für Entwicklung und Betrieb von Dokumentenmanagement- und Workflow-Anwendungen. Diejenigen Unternehmen, die vor ein paar Jahren "entschieden" haben von Notes wegzugehen und Outlook oder gmail einzuführen, haben die Kosten für die Migration der oft tausenden von Anwendungen nicht eingerechnet. Pro Anwendung CHF 20'000 bis CHF 100'000. Da kommt man schnell auf mehrstellige Millionenbeträge, um nachher mehr oder weniger dasselbe zu haben. Das Resultat: Sie betreiben immer noch Domino-Server und Notes-Clients. Und die damaligen Entscheider sind längst weg. - Vor diesem Hintergrund wird klar, dass es nicht Monate, nicht Jahre, sondern Jahrzehnte dauert, um Notes abzulösen.

Hermann Pallasch: 03-02-14 15:40

Auch die im Artikel enthaltene Formulierung 'Messaging-Plattform Notes' deutet auf fehlenden Sachverstand: Wie eigentlich jeder wissen müsste, ist Notes eine vollständige und mächtige Plattform für Geschäftsanwendungen. Von daher ist auch die hier wieder mal beschworende 'Migration zu Outlook' kaum ein gangbarer Weg.

Roberto Mazzoni: 30-01-14 23:57

Wie schon der Titel verrät (das Wort "offenbar" macht's deutlich) wird hier spekuliert statt Fakten geliefert. Weder Notes noch iNotes noch Domino stehen vor dem Aus, weder die gezeigten Roadmaps noch die OGS lassen diesen Schluss zu. Unseriös.

Sandra Bühler: 29-01-14 20:21

Wir waren offensichtlich nicht an derselben OGS in Orlando. Mail und Mail Next war ein Schwerpunktthema sowohl der OGS und der Sessions der folgenden Tage. Die Roadmaps sind kommuniziert und publiziert. Schade, dass bei diesem Artikel die Fakten nicht geprüft wurden.

Jens-Uwe Fimmen: 28-01-14 17:38

Ich habe auch an der OGS in der Lotusphere teilgenommen. Es ist mir komplett unverständlich, wie man aus dem, was gesagt wurde, zu desen Schlüssen kommen kann. Ich empfehle jedem, sich nochmal zu informieren, ggf einen IBMer anzusprechen.

Kurt Meier: 28-01-14 15:20

Was an Outlook so toll sein soll, muss mir mal einer verraten. Notes war sicher nicht immer der Brüller, aber wenn man ein klein wenig verstanden hat wie es funktioniert, ist es auch heute noch nicht schlagbar...schon gar nicht von Outlook. Nur gut, dass auch diesem unsäglichen Produkt der Tod bevorsteht...wer braucht heute noch einen fetten Client.

Peter Küng: 28-01-14 14:36

Hurra - Notes ist tot! Die Komplexität in Bedienung und Konfiguration gepaart mit teilweise total veraltetem GUI aus den 90er Jahren war wirklich unglaublich. Nachdem aber riesige Konzerne wie z.B. Lenovo dem Notes den Rücken zugekehrt haben, wird es Zeit, dass dieses Relikt verschwindet.
Es wird sicher nicht heute oder morgen so weit sein, aber eine Migration zu Outlook macht sicher jetzt schon Sinn!

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