Dropbox nimmt zahlende Unternehmenskunden stärker ins Visier

500 Millionen nutzen Dropbox als persönlichen Cloud-Speicher - meist kostenlos. In Zukunft will Dropbox für zahlende Unternehmenskunden attraktiver werden. Das ist geplant.

» Von Michael Kurzidim , 12.04.2016 17:24.

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Oliver Blüher kam vom ERP-Weltmarktführer SAP zu Dropbox. Jetzt ist er Geschäftsführer für die Schweiz, Deutschland, Österreich und die skandinavischen Länder. Das sei keine Entscheidung gegen SAP, sondern für Dropbox gewesen, die quirligen Atmosphäre eines noch jungen Unternehmens aus dem Silicon Valley habe ihn gereizt, sagte Blüher, der am Montag der Computerworld-Redaktion einen Besuch abstattete.

Für Blüher ist Dropbox kein blosser Online-Speicher, sondern ein Netzwerk. Mit zusätzlichen Business-Diensten will er sein Unternehmen auch für die zahlende Firmenkundschaft attraktiv machen. Denn die allermeisten der 500 Millionen Kunden nutzen Dropbox bislang kostenlos. Weltweit bedient Dropbox bislang 150'000 zahlende Unternehmenskunden. Das soll mehr werden. Mit Computerworld sprach Blüher über seine Pläne für die DACH-Region.

Herr Blüher, Dropbox hat in der DACH-Region zwar 30 Millionen Kunden, aber nur 4000 Unternehmenskunden, die für den Service auch zahlen. Wie wollen Sie das ändern?

Oliver Blüher: Natürlich ist Dropbox ein Unternehmen, das den ganz normalen Regeln einer Kapitalgesellschaft unterliegt und irgendwann Gewinne erwirtschaften muss. Momentan sind wir in privater Hand und unser Fokus ist Wachstum. Wir haben weltweit 500 Millionen Kunden. Das ist eine sehr starke Zahl, es gibt nicht allzu viele, die mehr Kunden haben. Facebook hat 1,5 Millliarden, dann gibt es noch ein paar dazwischen, und dann sortieren wir uns ganz bald ein.

Welche Zielmarke haben Sie sich gesetzt?

Blüher: Wenn man sich die Wachstumsraten anschaut, sind wir innerhalb eines Jahres um 100 Millionen gewachsen. Vor einem Jahr lagen wir noch bei 400 Millionen Kunden. Da kann man schon von einem sehr dynamischen Wachstum sprechen. Und es ist noch Luft nach oben. Jeder, der ein Mobiltelefon besitzt oder einen Internetzugang hat, profitiert von Dropbox. Da sind wir weltweit bei etwa 2 Milliarden Menschen, die wir potenziell adressieren.

"Die heutigen Megatrends spielen uns in die Hände und treiben unser Wachstum."

Die Megatrends, immer mehr Smartphone-Nutzer, explodierende Datenvolumina, der Trend zum vernetzten Arbeiten, der Generationswechsel spielen uns in die Hände, treiben unser Wachstum. Und konvertieren die freien Nutzer in bezahlende Nutzer.

Nun sind Sie ja aber nicht der einzige Anbieter von Cloud-Speicher. Microsoft offeriert 5 Gbyte kostenlosen Cloud-Speicher für Privatkunden. Wie sieht das bei Ihnen aus?

Sie starten mit der kostenlosen Variante, die 2 Gbyte Cloud-Speicher beinhaltet. Die können Sie über verschiedene Wege erweitern, indem Sie zum Beispiel Freunde einladen oder Dateien teilen. Daneben verfolgen wir zusammen mit Partnern mehrere Business-Modelle: Kaufen Sie ein neues Device, erhalten Sie für ein, zwei Jahre 15 oder 20 Gbyte kostenlos obendrauf. Wir wollen unseren Kunden den grösstmöglichen Mehrwert bieten und verfolgen dabei ein Freemium-Modell. Der Standard ist kostenfrei. Durch Zusatzdienste veredelt geht die freie Nutzung dann in eine bezahlte Nutzung über.

Nächste Seite: Wie sicher sind ihre Daten in Dropbox?

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