Das weiss Facebook über uns

Wie viele Daten von uns hat Facebook eigentlich gespeichert? So um die 1200 Seiten – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Eine von vielen umstrittenen Facebook-Funktionen: Die Gesichtserkennung

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» Von Hannes Weber , 30.09.2011 12:45.

Der Wiener Jus-Student Max Schrems wollte wissen, was mittlerweile wohl so manchen Facebook-Nutzer beschäftigt: Wie viel weiss das soziale Netzwerk eigentlich über uns? Tatsächlich gibt es eine – wenn auch ziemlich aufwendige – Möglichkeit, dies in Erfahrung zu bringen, nämlich über ein entsprechendes Antragsformular, das sich irgendwo auf der Facebook-Webseite versteckt. Von dieser Möglichkeit hat Schrems denn auch tatsächlich Gebrauch gemacht, wie die Taz schreibt. Und nach einiger Zeit dicke Post von Facebook erhalten: Auf einer CD befanden sich satte 1200 A4-Seiten voller Daten und Informationen über ihn. Auch Inhalte, die der Student eigentlich längst wieder gelöscht hatte, sollen sich darunter befunden haben.

So weit, so schockierend. Doch damit nicht genug: Scheinbar hat die umfassende Datensammlung, die Facebook an Schrems schickte, keinen Anspruch auf Vollständigkeit. So vermisste der Jus-Student etwa Informationen zu den Internetseiten, auf denen er auf den Like-Button geklickt hat.

Europa gegen Facebook

Schrems gehört auch einer Gruppe von Leuten an, die hinter der Seite «Europe versus Facebook» stehen und auf juristischen Wegen gegen das soziale Netzwerk vorgehen. In Irland, wo sich der europäische Facebook-Sitz befindet, hat die Gruppe bereits 22 Anzeigen eingereicht. Dabei geht es um Dinge wie Markierungen auf Fotos, die Gesichtserkennung, den Like-Button oder gelöschte Inhalte, die auf Facebook gespeichert bleiben. Die erklärten Ziele der Anti-Facebook-Seite sind denn auch klar: Mehr Transparenz, mehr Kontrolle über Daten und weniger Datensammelei seitens des Netzwerks.

Auf der Webseite von «Europe versus Facebook» ist übrigens auch eine Anleitung zu finden, wie man vorgehen muss, um einen Auszug seiner Daten von Facebook zu erlangen, wie das Schrems getan hat. Weiter finden sich auch geschwärzte PDF-Dateien mit Auszügen aus Facebook-Fichen sowie detaillierte Auflistungen, welche Daten das soziale Netzwerk genau über uns anlegt.

Klar ist: Facebook macht keine Anzeichen, künftig weniger energisch Daten sammeln zu wollen. Im Gegenteil, die jüngst vorgestellte Funktion «Timeline» ist ein weiterer Schritt in Richtung totaler Informationshoheit. Bald weiss Facebook auch in Echtzeit, was man so für Musik hört oder Filme schaut. Immer vorausgesetzt aber, die Nutzer des sozialen Netzwerks machen dabei auch mit. Max Schrems zumindest hat angefangen, sich zu wehren.

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KOMMENTARE

Dr. Feelgood: 03-10-11 12:46

Bravo an Max Schrems.
Wer braucht schon Frazebook und Google?

Niemand, die Welt hat sich wunderbar, oder sogar noch besser gedreht, bevor diese Idioten-Vereine kamen.
Die brauchen den dummen Nutzer doch nur um selber damit riesig Geld zu verdienen.
wie heisst es so schön?

Wenn man bei etwas nicht bezahlen muss, ist man nicht Kunde, sondern das Produkt.

Stell Dir vor, es ist Facebook und keiner geht hin, -in einem Monat gäbe es den Verein schon nicht mehr, weil geldwertes produzieren die ja nicht, wie der Schreiner um die Ecke.

Charlotte Merz: 03-10-11 12:05

Unser Artikel zum Thema: Verstösst Datenhamster Facebook gegen EU-Recht? http://bit.ly/nIZOxb

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