Offshoring-Trend erfasst Europa

Europäische Anwender lagern ihre IT oder zumindest Teile davon zunehmend in Niedriglohnländer aus - zu diesem Schluss kommt die Marktforscherin Gartner in einer aktuellen Studie.

    

» Von Claudia Bardola, 05.05.2006 14:34. Letztes Update, 05.05.2006 14:35.

Gemäss dieser werden heuer und im nächsten Jahr in Europa die Offshoring-Ausgaben jeweils um rund 50 Prozent ansteigen. In den USA, wo dieser Auslagerungstrend bereits wesentlich weiter vorangeschritten ist, soll der Markt in den nächsten beiden Jahren um etwa 30 Prozent zulegen, prognostizieren die Auguren. Gemäss Ian Marriott, Chefanalyst bei Gartner, wird die weltweite Anzahl der Unternehmen, die Offshore-Ressourcen intensiv nutzen, in diesem Zeitraum von 13 auf 20 Prozent anwachsen. Wie die Studie, für die rund 950 IT-Verantwortliche befragt wurden, im Weiteren aufzeigt, ist Indien nach wie vor das Offshoring-Land Nummer eins. Allerdings laufe das Land zunehmend Gefahr, über den eigenen Erfolg zu stolpern, warnt Marriott. Fachkräfte würden langsam aber sicher knapp werden, die Mitarbeiterfluktuation sei ausgesprochen hoch und auch die Löhne seien längst nicht mehr so niedrig, wie noch vor einigen Jahren. Den europäischen Andwendern rät der Marktforscher auch von Angeboten aus Ländern wie China und Brasilien ab, die sich derzeit um den zweiten Platz auf der Offshoring-Liste streiten. Marriot argumentiert mit der mangelnden Marktreife und der USA-Fokussierung dieser Länder. Für europäische Anwender sei Nearshoring die bessere Wahl, sagt der Experte. Für die IT-Auslagerung empfiehlt er Länder wie Irland, Lettland, Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien sowie die Slowakei.

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