Kosten runter, Performance rauf

    

» Von Ralph K. Treitz, 17.08.2009 11:36.

Optimierungsmassnahmen

Das Optimierungspotenzial liegt zwischen 20 und 40 Prozent (Quelle: VMS AG 2009)
Das Optimierungspotenzial liegt zwischen 20 und 40 Prozent (Quelle: VMS AG 2009)
Ohne die intelligente IT-Architektur aus dem Auge zu verlieren, sind es aber häufig Einzelprobleme, die IT-Teams stark beschäftigen. Die wichtigsten Richtlinien, um solche Konflikte zu vermeiden, sind:
Klare Kommunikation & Vereinbarungen: Typische Probleme, die den Aufbau einer an den Geschäftsabläufen orientierten Applikations-Architektur behindern, sind unklare Zuständigkeiten und mangelnde Absprachen - sowohl zwischen IT und Business als auch innerhalb der IT-Organisation. Diese verursachen häufig Doppelarbeiten und unnötige Mehrkosten. Um das zu verhindern, bedarf es klarer Vereinbarungen, für welche Änderungen die Fachabteilung selbst aufkommt und welche im Rahmen des regulären Supports durch die IT erfolgen. Eindeutig geregelt sein muss auch, welche Aufgaben das IT-Entwicklungsteam übernimmt und welche Dienste - in welcher Qualität - das Application Management und der technische SAP-Betrieb verantworten.
Fehlinvestitionen vermeiden: Die stetig wachsende Anzahl an Änderungswünschen
erfordert ein besonderes Augenmerk. Deshalb ist eine wertorientierte, strukturierte Beschreibung und Analyse der Anforderungen vorzunehmen. Deren Umsetzung orientiert sich am Architektur-Paradigma sowie an festgelegten Standards. Dadurch lassen sich Komplexität sowie teure Fehlinvestitionen - sie können bis 50 Prozent der IT-Budgets verschlingen - vermeiden.
Stabilität und Verfügbarkeit erhöhen: In vielen Firmen ist heute auch die Stabilität
und Verfügbarkeit von SAP-Anwendungen ein geschäftskritischer Faktor. In der Automobilindustrie sind das beispielsweise JIS-Prozesse (just in sequence), bei Telekommunikations-Dienstleistern die Antwortzeiten des Call Centers und bei börsenkotierten Firmen der Monatsabschluss zum dritten Werktag. In vielen Outsourcing-Verträgen sind jedoch die Service-Level-Vereinbarungen für geschäftskritische Abläufe sehr schlicht, sehr technisch oder ganz einfach unzureichend definiert. Statt durchschnittliche Antwortzeiten für ein gesamtes ERP-System zu definieren, sagt ein Business-bezogener SLA-Term viel mehr aus. Zum Beispiel: «Das System muss so ausgelegt sein, dass auf eine Kundenanfrage innerhalb von 30 Minuten ein Angebot inkl. Verfügbarkeitsprüfung erstellt werden kann.» Wenn CIOs zudem wissen, ob der Ausfall einer Anwendung ein geringes oder ein hohes Betriebsrisiko bedeutet, können sie SLAs intelligent und kostenoptimal gestalten.
Antwortzeiten beschleunigen: In bestimmten Branchen leidet die Performance von SAP-Systemen unter den überproportional wachsenden Datenmengen. So fallen allein in grossen Einzelhandelsketten pro Tag Millionen von Bewegungsdaten an. Hier kann die schiere Menge an Daten zu Leistungseinbussen bei der Verarbeitung im SAP-System führen. Längere Antwortzeiten können ihre Ursache auch in gleichzeitigen Anwenderaktivitäten haben, etwa wenn mehrere Hundert User täglich um 9 Uhr im System ihre Berichte abrufen.

In den wenigsten Fällen ist die Wurzel des Übels in zu geringen Hardware-Ressourcen zu suchen. Deshalb müssen vor allem Customizing, Programmabläufe, Datenstrukturen sowie Datenflüsse auf den Prüfstand. So kann etwa das richtige Customizing von SAP-Anwendungen die Antwortzeiten deutlich beschleunigen - und zwar ohne zusätzliche Programmierung.

SAP-Kosten bis zu 40% reduzieren

Die Kosten eines SAP-Systems teilen sich in Betriebs- und Projektkosten auf. Vor allem bei Letzteren gibt es reichlich Sparpotenzial (Quelle: VMS AG 2009)
Die Kosten eines SAP-Systems teilen sich in Betriebs- und Projektkosten auf. Vor allem bei Letzteren gibt es reichlich Sparpotenzial (Quelle: VMS AG 2009)
Unternehmen, die durch die oben genannten Massnahmen ihren SAP-Betrieb optimieren und effizienter gestalten - natürlich auch durch geschickte Lizenzierungsmodelle -, können hohe Einsparungen bei den IT-Kosten realisieren. Abhängig davon, welche Bereiche auf den Prüfstand kommen, liegen die Einsparmöglichkeiten zwischen 20 und 40 Prozent. Durch die Reduzierung der laufenden SAP-Kosten erhöhen sich die Budgets für strategisch wichtige Projekte mit geschäftlichem Nutzen. Hier schliesst sich der Kreis.

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