«Kill Amazon» - T-Systems will Amazon an den Kragen, lockt mit Tiefstpreisen

In der Cloud startet die grosse Konsolidierungswelle. Nur drei, vier Player werden übrig bleiben, glauben Marktbeobachter. T-Systems will mit Tiefstpreisen Konkurrenten wie Amazon Kunden abjagen.

» Von Michael Kurzidim , 14.12.2015 12:29.

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T-Systems bläst zum Kampf gegen den aktuellen Cloud-Platzhirschen Amazon (IaaS). "Kill Amazon", sagte T-Systems-Manager Ferri Abolhassan auf einer internationalen Analystenkonferenz in Berlin. Das ist mehr als deutlich. Kernstück der Angriffsstrategie ist die Open Telekom Cloud, ein Infrastrukturangebot, an dem das Unternehmen gerade bastelt. Zur Cebit 2016 will T-Systems seine neuen Computing- und Storage-Dienstleistungen dann mit Tiefstpreisen in den Markt drücken, und Platzhirsch Amazon das Wasser abgraben.

Auch Ex-Microsoft-Chef Steve Ballmer lässt an Amazon kein gutes Haar. Amazon sei ein Unternehmen, von dem er glaube, dass dort die Leute nicht gerne arbeiten wollten, meinte Ballmer unlängst in Bloomberg TV. Jeder, der Microsoft in Richtung Amazon verlassen habe, sei innerhalb ein oder zwei Jahren wieder zurückgekehrt. Das sei einfach kein toller Ort, um als Entwickler innovative Dinge zu tun. Zuvor hatte Amazon-Chef Jeff Bezos Microsoft mit einem Country-Club verglichen.

IaaS-Spitzenreiter Amazon

Bislang sind die Kunden allerdings zufrieden mit Amazons Cloud-Angebot. Der Cloud-Pionier laboriert, anders als Microsoft, seit 2006 in der Wolke, hat also bereits viel Erfahrung mit dem Beschaffungsmodell gesammelt. Im aktuellen "Cloud Vendor Benchmark 2015 - Schweiz" hievte das Analystenhaus Experton Amazon in der Kategorie Infrastruktur-as-a-Service (IaaS) auf den Spitzenplatz. Dahinter folgen Microsoft und die Swisscom auf den Plätze zwei und drei. 

Infrastruktur-as-a-Service ist das Basislayer der Cloud. Jeder Kunde braucht Rechenleistung/Server, Storage und Netzwerkfunktionalität. Aber viel Geld verdienen lässt sich damit nicht mehr. Computing und Storage gelten mittlerweile als Commodity, mit geringen Margen und wenig Differenzierungspotenzial am Markt. Server bleibt immer Server, Storage bleibt Storage.

Konsolidierungswelle: Wer bleibt übrig?

Software-as-a-Service ist dagegen viel gewinnträchtiger. Trotzdem kommt es für die grossen Cloud-Player Amazon, Microsoft, Google und Oracle darauf an, sich für die Zukunft breit aufzustellen, also möglichst alle Cloud-Layer zu offerieren. Eine Alles-aus-einer-Hand-Strategie soll möglichst viele Kunden ins eigene Boot ziehen. Bevor die grosse Konsolisierungswelle über die Cloud rollt, und nur drei, vier Anbieter übrig lässt.

Oracle-CEO Mark Hurd etwa glaubt, dass in zehn Jahren zwei Cloud-Anbieter etwa 80 Prozent des Software-as-a-Service-Marktes unter sich aufteilen werden. Einer der beiden Cloud-Sieger sei - natürlich - Oracle, ist sich Hurd sicher. Aber darüber gehen die Meinungen auseinander.

Derweil will T-Systems den Angriff auf Amazon über die Hauptargumente Datensicherheit und Tiefpreise führen. Ein Preismodell für seine Open Telekom Cloud hat das Unternehmen zwar noch nicht publiziert. Aber die Ziele sind hoch gesteckt, Cloud-Manager Abolhassan steht unter Druck. Bis 2018 soll sich der Umsatz mit Geschäftskunden verdoppeln. Zurzeit liegt er bei etwa 1 Milliarde Euro pro Jahr.

Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, hat sich T-Systems die Hilfe von Amazon-Hasser Microsoft gesichert. Konkret: Microsoft-Chef Satya Nadella will in Deutschland zwei neue "Data Center Regions" einrichten, bei denen die Telekom als Partner und T-Systems als sogenannter "Data Trustee" fungiert. Damit soll den Kunden Vertrauen vermittelt werden. Microsoft sei der erste Anbieter in Europa, der ein solches Data-Center-Modell anböte, sagte Nadella anlässlich der Partnerschaft mit T-Systems.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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