«Freiberufler werden immer begehrter»

    

» Von Marco Bischof, 04.01.2008 08:39.

Weshalb lassen sich Spezialisten auf Zeitarbeitsverhältnisse ein?

Oft ist es Abenteuerlust und der Wunsch, in der Welt herumzukommen. Zeitarbeit erlaubt Ortswechsel ohne aufwändige Organisation. Und es ist verlockend, sich voll auf ein Projekt konzentrieren zu können und weniger Aufmerksamkeit auf Unternehmenskultur oder organisatorische Dinge legen zu müssen, als interne Mitarbeiter dies zu tun haben.

Wie entscheidend sind die materiellen Anreize für die Freiberufler?

Externe verdienen etwa die Hälfte mehr als Festangestellte. Dafür gehen sie das Risiko ein, Zeiten ohne Einsatz, also ohne Einkommen überbrücken zu müssen. Auch erhalten sie keine Zusatzleistungen vom Arbeitgeber und sind selbst sozialversicherungspflichtig. Der Tagesverdienst der von uns vermittelten Experten beläuft sich aktuell auf 900 bis 1500 Franken.

Welche Kosten kommen auf den Auftraggeber zu?

Der Experte muss natürlich eingearbeitet werden. Da dieser jedoch Erfahrung mit Projektarbeit hat, beschränkt sich die Einarbeitungszeit je nach Komplexität des Projekts auf wenige Tage bis maximal zwei Wochen. Die nicht produktiven Kosten sind daher relativ tief. Im Gegenzug spart das Unternehmen Zeit und Geld für die Rekrutierung.

Welche Kriterien sind bei externen Mitarbeitern zu beachten?

An erster Stelle stehen fachliche Qualifikation und Branchenerfahrung. Auch Auslandserfahrung wird häufig vorausgesetzt. Zudem muss der Kandidat flexibel und mobil sein und sich kommunikationsfreudig und anpassungsfähig zeigen.

Wie gut werden die externen Mitarbeiter in den Unternehmen akzeptiert?

Freiberufler sind zu einem festen Bestandteil der Projektarbeit geworden und werden von internen Mitarbeitern nicht mehr als Bedrohung des eigenen Arbeitsplatzes wahrgenommen. Am beliebtesten sind Freelancer, welche die Festangestellten von ihrer Kompetenz und Erfahrung profitieren lassen. Zudem wirken Freiberufler nicht an firmenpolitischen Machtspielen mit, die mit dem Projekt nichts zu tun haben. Das kommt der Zusammenarbeit zugute. Externe sind es vielmehr gewohnt, die Regeln des jeweiligen Unternehmens zu akzeptieren. Allerdings sind für sie Softskills noch wichtiger, als für interne Mitarbeiter. Freiberufler müssen sich rasch in ein Team integrieren, unkompliziert auftreten, zuhören, mit Weitblick planen und auch Ideen umsetzen können.

Welche Potenziale und Grenzen sind bei Zeitverträgen zu berücksichtigen?

Das grösste Potenzial ist die Flexibilität. Das Unternehmen kann Lücken im Mitarbeiterbestand rasch ausgleichen und muss nach Projektabschluss oder bei schwächerer Auftragslage keine Mitarbeiter beschäftigen, die nicht zwingend benötigt werden - oder gar Entlassungen aussprechen. Zudem können wir für jede Aufgabe einen geeigneten Kandidaten vermitteln - egal, worum es geht.

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