Disaster Recovery as a Service

» Von Stephan Lamprecht, 17.02.2017 14:43.

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Bedarf festlegen

Die schlichteste Form von DRaaS besteht wie erwähnt in der Wiederherstellung von Daten aus dem Rechenzentrum des Anbieters heraus. An dieser Stelle unterscheidet sich ein solches Angebot nicht von klassischen Backups in der Cloud – mit der Ausnahme, dass es sich um einen Dienst handelt, der Administratoren bedient und deswegen nicht nur Anwenderdokumente, sondern auch Einstellungen und Programme aus der Infrastruktur des Unternehmens umfasst. Als Kandidaten für die Sicherung kommen Systeme infrage, die für die Handlungsfähigkeit des Unternehmens wichtig sind.

Einen Schritt weiter geht das Mounten einer virtuellen Maschine, die aus einem physisch vorhandenen Server konvertiert wurde. Der Provider ermöglicht so die Nutzung einer ausgefallenen oder gestörten Appliance. Webshop, Mail-Server, Warenwirtschaft oder ähnliche Systeme bieten sich für diese Form der Absicherung an. Welche Systeme und Server das Unternehmen schützen will, hängt von den konkreten Gegebenheiten und der Wichtigkeit des jeweiligen zu schützenden Systems ab.

Unternehmen, die gegen den Totalausfall des Rechenzentrums geschützt sein wollen oder aus Compliance-Gründen sein müssen, werden einen umfassenden Schutz buchen. In diesem Fall werden Server und Dienste (VPN, DNS) gesichert und stehen auf Stand-by. Eine solche Absicherung erfordert auch den höchsten Aufwand bei Planung und Konzeption, da ja nicht nur die eingesetzte Technik gespiegelt werden muss, sondern auch verschiedene Szenarien geprobt werden müssen, beispielsweise nur einen Teil des zweiten Systems zu verwenden. Eine solches Komplettpaket kann dann auch befallene lokale Systeme über einen längeren Zeitraum ersetzen.

Um zu entscheiden, welche Service-Tiefe benötigt wird, müssen Administratoren und Geschäftsleitung festlegen, wie gross das kalkulierbare Risiko sein darf, das sich durch einen (temporären) Ausfall von Systemen ergibt. Sind eine kurze Ausfallzeit und der Verlust einiger weniger Daten tolerierbar? Ist diese Schmerzgrenze vom Workload der Anwendungen abhängig? So kann zum Beispiel der temporäre Ausfall eines Shops im Sommer vertretbar sein, nicht aber im Weihnachtsgeschäft.

Eine weitere Frage im Zusammenhang mit DRaaS ist, gegen welche Störfälle das System schützen soll. Hardware-Ausfälle, Elementar­schä­­den, menschliches Versagen oder Sabotage? Anhand der Klassifikation der Daten und der Störfälle kann dann der Anforderungska­talog konkretisiert werden. Letztlich ist die Entscheidung auch eine Frage des Budgets. Wie in anderen Projekten auch steigen die Kosten bei der Absicherung der letzten 10 Prozent deutlich an.

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KOMMENTARE

Hanspeter W. Urst: 17-02-17 15:43

Sowas aehnliches ist beim VBS in allen Abteilungen und Projekten im Einsatz, "DaaS", "Disaster as a Service"...

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