Die HR-Prozesse optimiert
In einer umfassenden Business-Transformation ersetzte Swisscom ihre kostenintensive, heterogene Human-Ressources-IT-Architektur durch ein neues HR-Service-Delivery-Modell. Vorteil dieser Konsolidierung: Mehr Transparenz, mehr Effizienz und klar gesunkene Kosten.
Daniel Diethelm, Leiter des Swisscom-Projektes «IT-Soleil», ist überzeugt, dass mit der neuen HR-Lösung die Kosten deutlich sinken werden.» Von , 09.08.2007 08:42. Letztes Update, 09.08.2007 08:43.
Hohe, stetig steigende Systemkosten und elementare Probleme in der Weiterentwicklung veranlassten Swisscom vor vier Jahren, ihr Personalinformationssystem einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen. Der von der Konzernleitung an die IT erteilte Auftrag war klar: Die Kosten sollten um mindestens 40 Prozent gesenkt werden, die Qualität durch Ablösung des komplexen, historisch gewachsenen Legacy-Systems durch die Migration auf eine SAP-Standardlösung gesteigert, zumindest aber beibehalten werden.
Projektleiter Daniel Diethelm erinnert sich: «In den vergangenen Jahren richtete sich Swisscom stark auf die einzelnen, mit reichlich Autonomie ausgestatteten Gruppengesellschaften aus. Entsprechend verfügten sämtliche Sparten über individuelle HR-Systeme mit eigenständigen Spezifikationen und Funktionalitäten.»
Die ursprünglich von Swisscom Fixnet initiierte Strategie einer einheitlichen Lösung auf der Basis von Standardsoftware wurde Ende 2004 für acht Gruppengesellschaften in Betrieb genommen. Doch auch nach diesem ersten Konsolidierungsschritt zeigte sich die HR-IT-Architektur weiterhin sehr heterogen. Allein im Bereich der transaktionalen Systeme verfügte Swisscom noch immer über drei SAP-HR-Plattformen. Daher wurde ein Jahr nach der Neuinstallation im Rahmen eines konzernweiten Business-Case für ein neues Service-Delivery-Modell eine konsolidierte und optimierte HR-IT-Architektur für die gesamte Gruppe ins Auge gefasst. Erklärtes Ziel dieses «IT-Soleil» getauften Projektes war die Schaffung einer konzernweiten HR-Plattform.
Synergien und neue Services
Schon zu Beginn von IT-Soleil wurde aber klar: Nicht alles, was einfach und logisch klingt, ist in der praktischen Umsetzung trivial. So bedeutete das Projekt für Swisscom eine komp-lette Neuausrichtung sowohl der technischen Infrastruktur als auch der Geschäftsprozesse. Daniel Diethelm:»Zunächst ging es darum, die Gruppengesellschaften für IT-Soleil zu gewinnen und in das Projekt mit einzubeziehen. Dabei überzeugten die Verantwortlichen vor allem stichhaltige Argumente wie Systemstabilität und Kostenreduktion.» Im Frühjahr 2006 wurde die Umsetzung des Projekts in Angriff genommen - mit einem ehrgeizigen Fahrplan: Schon im Dezember 2006, also nach nur acht Monaten, sollte das System in den produktiven Betrieb gehen. «Eine der grössten Herausforderungen war nicht die technische Realisierung, sondern die Koordination des extrem komplexen Konzeptes», erklärt Diethelm. Daher machte er sich auf die Suche nach einem erfahrenen, zuverlässigen Partner. «Alleine», so weiss er «ist ein Projekt dieser Grössenordnung in so kurzer Zeit kaum zu realisieren.»
Neue Strukturen und Prozesse
IT-Soleil gliederte sich im Wesentlichen in drei zentrale Bereiche: Prozesse, Organisation und IT. «Prozesse» und «Organisation» befassten sich einerseits mit der Optimierung und Harmonisierung aller HR-Prozesse von Swisscom, welche künftig im HR Shared Service abgewickelt werden sollten. Andererseits mussten die zentralen Prozesse in einer HR Shared Service Organisation zusammengefasst und die dezentral verbleibenden HR-Bereiche neu strukturiert werden. Zentraler Teil des IT-Projekts war die Migration der bestehenden drei SAP-HR-Plattformen auf eine zentrale Konzernplattform. Das neue Design des Personaldaten-Backbones war dabei Basis für die Gestaltung aller HR-Umsysteme und Voraussetzung für die Senkung der Betriebskosten der Gesamt-Architektur.



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