Daten sicher in Patientenhänden

Die elektronische Patientenakte verspricht eine qualitativ bessere

Behandlung, weil Gesundheitsdaten immer verfügbar sind. Aber

wie ist es um die Sicherheit der Inhalte bestellt?

    

» Von Rudolf Waldispühl, 22.07.2008 17:05. Letztes Update, 22.07.2008 17:13.

Rudolf Waldispühl ist Country Manager von InterSystems in der Schweiz.

Jeder Schweizer soll in Zukunft einem Arzt seiner Wahl alle Gesundheitsdaten zugänglich machen und Leistungen von ihm beziehen können. Das sieht die Strategie «eHealth Schweiz« vor. Das Mittel dazu: elektronische Patientendossiers. Das Patientendossier könnte eine wichtige Voraussetzung schaffen, um Diagnosen sicherer, schneller und wirtschaftlicher zu stellen. Dafür muss die Datei relevante Informationen über frühere Erkrankungen, Therapien und aktuelle Probleme den Ärzten und anderen Leistungserbringern verlässlich zugänglich machen. Damit das Dossier einen Beitrag zur Verbesserung der Patientensicherheit leisten kann, müssen jedoch mehrere Voraussetzungen erfüllt sein.

Verwechslung ausgeschlossen

Sicherheit beginnt bei der eindeutigen Identifikation von Patienten. Die Vielzahl verschiedener Systeme, die heute bei Ärzten, Krankenhäusern und anderen Leistungserbringern im Einsatz sind, erschwert die
Patientenidentifikation. Die meisten Systeme nutzen ihre eigenen Identifikatoren. Aufgrund von Fehlerfassungen kommt es häufig vor, dass ein System unterschiedliche Identifikatoren für einen Patienten vergibt. Der Weg aus diesem Irrgarten führt über den Master Patient Index (MPI) als Teil der Hub-Komponente in Lösungsplattformen für das Gesundheitswesen (siehe Kasten).

Der MPI verwaltet für jeden Patienten die in den verschiedenen Systemen verwendeten Patienten-Identifikatoren - oft auch weitere wie zum Beispiel Fallidentifikatoren. Die Zuordnung der Identifikatoren erfolgt anhand von Geschäftsregeln, die auch definieren, ob in Zweifelsfällen manuelle Eingriffe erforderlich und zulässig sind. Ebenso existieren Regeln zur Erkennung und Behandlung von Dubletten.
Via MPI sorgt eine Lösung zur Erstellung elektronischer Gesundheitsakten wie zum Beispiel HealthShare der Herstellerin InterSystems dafür, dass ein System auf alle im Netzwerk verfügbaren Patienteninformationen zugreifen kann. Dafür muss es lediglich seinen eignen Patienten-Identifikator kennen. Damit ist ein weiterer Vorteil verbunden: Die Daten bleiben im jeweiligen Quellsystem gespeichert, Ärzte und Kliniken brauchen ihre Daten nicht herauszugeben. Ein ausgeklügeltes System von Verlinkungen und Pointers sorgt dafür, dass nur Berechtigte einen Zugang zu den elektronischen Daten bekommen.

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der IDG Communications AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.