Cloud Benchmark: Swisscom mit T-Systems Kopf an Kopf

Cloud Vendor Benchmark 2014: Swisscom und die deutsche T-Systems stehen auf dem Business-Markt im harten Wettbewerb. Lediglich in einer Benchmark-Disziplin kann der Schweizer Platzhirsch klar überzeugen.

» Von Michael Kurzidim , 03.07.2014 16:26.

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Das Analystenhaus Experton hat seinen aktuellen Cloud Vendor Benchmark 2014 mit aktueller Bewertung der Anbieter vorgestellt. Experton hat den Benchmark zum ersten Mal explizit für den Schweizer Markt erstellt. Erstaunliches Ergebnis: In den Kategorien "Cloud Workplaces" und "Enterprise Public Cloud" liefern sich der Platzhirsch Swisscom und der deutsche Anbieter T-Systems ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen. Lediglich bei den "Cloud-Marktplätzen" dominiert eindeutig die Swisscom. T-Systems tritt in dieser Kategorie aber gar nicht an.

Schweizer Cloud: stark steigende Umsätze

Den Schweizer Cloud-Markt sehen die Analysten von Experton stark im Aufwärtstrend. Im aktuellen Jahr erwartet Experton einen Cloud-Gesamtumsatz von 404,6 Millionen Franken. Der Hauptbatzen, nämlich 338,7 Millionen, geht dabei auf das Konto von Software-as-a-Service (SaaS), 49,6 Millionen Franken entfallen auf IaaS-Angebote wie Storage und Computing, 16,2 Millionen auf Plattform-Lösungen (PaaS). Bis 2016 sollen die Gesamtumsätze (SaaS plus IaaS plus PaaS) auf 629,7 Millionen ansteigen und 2018 dann schliesslich die magische Milliardengrenze knacken. 2018 sei der Schweizer Clou-Markt 1019,2 Millionen Franken schwer, prognostiziert Experton.

Das Anbieter-Ranking

Cloud Workplaces (Desktop-Virtualisierung): In dieser Cloud-Kategorie liefern sich die beiden Spitzenreiter Swisscom und T-Systems ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, gefolgt von der ebenfalls starken VMware, von Colt und Amazon. Amazon habe mit seinen vor einigen Monaten eingeführten Amazon Workspaces einen enormen Druck auf die etablierten Provider ausgeübt, meint Experton-Experte Arnold Vogt.

Die Swisscom punktet mit ihrer Wettbewerbsstärke, also mit Rechenzentren in der Schweiz, einem sehr guten und performanten Netz. Ausserdem sei der Schweizer Platzhirsch unter Kunden etabliert und geniesse hohes Vertrauen. Allerdings steht das Lösungsportfolio noch am Anfang. Swisscom arbeitet mit Hochdruck am Ausbau.

T-Systems hat nach Meinung von Experton das modularste und flexibelste Angebot. Kunden könnten sich zum Beispiel punkto Mobile oder Kollaboration eine individuelle Lösung zusammenstellen. "Das gaben die anderen Anbieter noch nicht so drauf", urteilt Vogt. VMware sieht Vogt als sehr interessanten Player, weil er in der Lage sei, hybride Lösungen sehr flexibel bereitzustellen.

Enterprise Public Cloud: Auch auf diesem für Anbieter sehr attraktiven Markt liegen T-Systems und die Swisscom ganz eng beieinander. Sie führen den Markt aber nicht an, das machen British Telecom (BT) und die IBM (siehe Grafik oben). BT und die IBM würden sich zurzeit - oder immer noch - selbst transformieren. stecken also in einer Umbruchphase und seien daher in der Lage, Kunden mit eigenen Erfahrungen zu unterstützen. Zu den führenden Anbietern im Markt Enterprise Public Cloud zählen laut Experton auch Fujitsu, Hewlett-Packard und Colt.

Cloud Marktplätze: In der Benchmark-Kategorie Cloud Marktplätze kann die Swisscom endlich für klare Verhältnisse sorgen. Sie führt mit Abstand den Markt an, gefolgt von US-Schwergewichten wir Microsoft, Salesforce und Google. Auch hier profitiert der Schweizer Telko-Konzern von der Stärke, Performanz und Verbreitung seines Netzes und vom Vetrauen, das ihm die Schweizer Kunden entgegenbringen. Ausserdem, so betont Experton, habe Swisscom einen guten Zugang zum Schweizer Mittelstand. Konkurrenzanbieter wie SAP, IBM, Oracle und VMware können da nicht so leicht mithalten.

Microsoft verfolge jedoch einen interessanten Ansatz und offeriere nicht nur SaaS, sondern auch Datasets für ganz bestimmte Industrien. Andere Cloud Marktplätze bieten das nicht. IBM sieht Experton als "Rising Star". Keiner investiere so viel in seinen Cloud Marktplatz wie die IBM. Big Blue gebe wirklich Gas. Deshalb kann der Cloud Vendor Benchmark im nächsten Jahr schon wieder ganz anders ausfallen.

US-Anbieter flüchten in die Schweiz

Punkto private und public Cloud sieht Experton die Grenzen zunehmend verschwimmen. Die Schweiz sei für die private Cloud jedoch nach wie vor sehr affin, sei also der bevorzugte erste Schritt in einer Migration Richtung Cloud. Und die Schweiz gilt als sicher und spionagefrei. Viele US-Unternehmen haben die Datenskandale und Spionage-Affairen in ihrer Heimat satt und flüchten sich geradezu in die Schweiz und nach Europa.

Ein prominentes Beispiel: Am heutigen Donnerstag hat Salesforce-Chef Marc Benioff angekündigt, Rechenzentren in Deutschland und Frankreich bauen zu wollen. Mit der Eröffnung sei voraussichtlich 2015 zu rechnen, sagte Benioff auf der Salesforce World Tour, die gerade in München gastiert (Computerworlod berichtete).

 

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KOMMENTARE

Somer Tetik: 04-07-14 13:34

Hallo Zusammen
Die Grafik kann ich nicht in sichtbarer Form bekommen. Gibt es den Grafik mit einer höheren Auflösung?

Beste Grüsse

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