Zürcher Bibliotheksverbund wächst

Die grossen Zürcher Hochschulbibliotheken haben sich besser mit den Fachbüchereien der Institute vernetzt. Erstmals werden über ein gemeinsames Portal sieben Millionen Bücher erschlossen.

» Von pd/jst, 04.04.2013 08:59.

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In Zürich läuft das Projekt INUIT (Integration Bibliothekssystem Universität Zürich) vom Stapel. Es soll die Bestände der der Hauptbibliothek Universität Zürich, der Zentralbibliothek Zürich und der ETH-Bibliothek, die das Projekt koordiniert hat, mit jenen von diversen Institutsbibliotheken verbinden.

Die Kataloge der Zentralbibliothek und der ETH-Bibliothek sind schon seit 1994 über den Verbund NEBIS (Netzwerk von Bibliotheken und Informationsstellen in der Schweiz) integriert. Neu kommen Bestände von rund 70 weiteren Zürcher Hochschulbibliotheken mit einer grossen fachlichen Bandbreite dazu, so zum Beispiel der Bibliothek für Volkswirtschaft, der Japanischen Bibliothek oder der Medizinbibliothek Careum. Der Verbund umfasst in Zukunft rund 140 Bibliotheken aus der ganzen Schweiz. So finden die Benutzer mit nur einer Suchabfrage auch Bücher, die in spezialisierten Bibliotheken wie dem Museum Rietberg oder dem Staatsarchiv Zürich beheimatet sind. Insgesamt sind neu rund sieben Millionen Titel in einem Katalog erfasst.

«Die Benutzer können in allen Bibliotheken recherchieren, verwalten ihre Reservationen und Ausleihen in einem einzigen Bibliothekskonto und brauchen auch nur einen Bibliotheksausweis», erklärt Projektleiter Andreas Kirstein von der ETH-Bibliothek. Für Benutzer und Benutzerinnen der Zentralbibliothek, der Bibliotheken der Universität Zürich und der Pädagogischen Hochschule Zürich wird heute das neue, gemeinsame Rechercheportal aufgeschaltet.

Weiterentwicklungen angedacht

Mit dem gemeinsamen Katalog, der heute online geht, ist nun ein erster grosser Schritt gemacht, aber Projektleiter Kirstein kann sich durchaus eine Weiterentwicklung des Projekts vorstellen. So wäre zum Beispiel ein gemeinsames Rechercheportal ein möglicher nächster Schritt. Auch die Ausleihe könnte man noch benutzerfreundlicher gestalten: «Heute ist es bereits möglich, sich über einen Ausleihkurier Bücher aus rund 50 Bibliotheken an seine Wunschbibliothek liefern zu lassen. Für die Benutzer wäre es natürlich sehr komfortabel, wenn alle Bibliotheken des NEBIS-Verbunds in einem Ausleihverbund zusammengeschlossen wären. So könnten sie in jeder Bibliothek die Bücher der andern Bibliotheken abholen», so Kirstein. Eine Machbarkeitsstudie wird zeigen, ob ein solcher erweiterter Ausleihverbund in einem vernünftigen Kostenrahmen zu realisieren ist.

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