Wincasa-CIO: «Wir lernen viel von Schweizer Start-ups»

» Von Mark Schröder , 22.09.2016 13:38.

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Gibt es neue Anwendungen für Ihre Mieter?

Ja, die nähere Zukunft ist vor allem geprägt durch die neue Digitalstrategie. Wir werden unsere Web-App weiter ausbauen und neue Stakeholder bedienen, etwa Gewerbemieter oder auch Facility-Management-Dienstleister. Prozessautomation ist ein weiteres wichtiges Stichwort. So ist zum Beispiel die vollständige Digitalisierung von diversen heute papierbasierten Dossiers geplant.

Wie wollen Sie die Papierdossiers digitalisieren? 

Wichtigste Voraussetzung ist eine klare Vorstellung der Ist- und Soll-Prozesse. Heute werden in der Bewirtschaftung erstens Mieterdossiers und zweitens Liegenschaftsdossiers geführt. Beide bestehen teilweise aus mehreren physischen Ordnern mit einer Vielzahl von Registern. Jedes Dokument, das hier abgelegt wird, folgt einem Prozess. 

Für die digitale Erfassung müssen zuerst die Prozesse analysiert und in einem zweiten Schritt die Soll-Prozesse definiert werden. Die Umsetzung der technischen Lösung ist dabei eher der einfachere Teil. Die Herausforderung liegt im Change Management, um die neuen Prozesse in der Organisation zu verankern. 

«Die Umsetzung der technischen Lösung ist eher der einfachere Teil. Die Herausforderung liegt im Change Management.»

Sandro Pfammatter, CIO Wincasa

Wenn Geld keine Rolle spielen würde, welche IT-Innovation würden Sie sofort vorantreiben? 

Ich habe immer noch die Vision eines «paperpoor office». Davon spricht die Wirtschaft schon lange, doch nur ganz wenige haben diesen Schritt geschafft. Wir sind auf dem Weg, unter anderem mit der Digitalisierung des Kreditoren-Workflows sowie der Ablösung von Papier-Formularen für Übergabeprotokolle durch eine mobile Anwendung. Ausserdem ist die elektronische Bewerbung in der Umsetzung.

Das tönt nach viel Arbeit für die IT. Wie viele Informatiker beschäftigt Wincasa?

Die IT bei Wincasa hat aktuell 23 Angestellte. Sie sind in fünf Teams aufgeteilt: Der PC-Support stellt die erste Anlaufstelle für sämtliche Informatik-Anliegen dar. Das Team «Systems Engineering» betreut die Data Center und ist verantwortlich für die Performance, Sicherheit und Verfügbarkeit der technischen Infrastruktur. Die Entwicklung und der Betrieb von Reports und Schnittstellen für interne und externe Kunden ist im Verantwortungsbereich der Spezialisten für Datenmanagement. Das Team «Software Engineering» entwickelt auf Basis von .Net-Technologien Individuallösungen, insbesondere im Zusammenhang mit der Kernanwendung Wincasa Q. Für die Digitalisierung ist das «Business Analyse»-Team zentral. Es bildet eine Brücke zwischen dem Geschäft und der Informatik.

 

Sandro Pfammatter

ist seit 2016 CIO von Wincasa, davor während fünf Jahren Leiter Informatik am gleichen Ort. Er wechselte von der Rhätischen Bahn, wo er ebenfalls die Informatik-Leitung innehatte. Eine weitere Station war die Führung der Abteilung Informatik und Datenmanagement bei Statistik Stadt Zürich. Der ausgebildete Wirtschaftsinformatiker und Absolvent des Studiengangs Unternehmensführung startete seine Karriere 1997 beim Analytik-Spezialisten SAS Institute.

 

Wincasa

Die Tochter der Immobilieninvestmentgesellschaft Swiss Prime Site bewirtschaftet in der Schweiz rund 220'000 Objekte mit einem Anlagewert von 59 Milliarden Franken. Das Portfolio enthält sowohl Büros und Verkaufsflächen als auch Wohnobjekte. Wincasa wurde 1999 als Aktiengesellschaft gegründet und beschäftigt am Hauptsitz in Winterthur sowie an schweizweit 24 Standorten rund 750 Angestellte.

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