Watson wird Arztgehilfe
IBMs Supercomputer Watson, der vor Kurzem in der US-Quizsendung «Jeopardy!» Spieler aus Fleisch und Blut besiegte, erhält einen richtigen Job: Das System soll künftig Ärzten bei der Diagnose helfen.
Joseph Jasinski, IBM Research» Von , 10.11.2011 11:49.
Die entsprechende Anwendung läuft unter der Bezeichnung «Content and Predictive Analytics for Healthcare» und wurde dieser Tage am IBM-Forschungslabor in Rüschlikon gezeigt. Es handelt sich dabei im Grunde genommen um eine Art Decision Support System für Ärzte, das den Inhalt von unzähligen Dokumenten und Quellen zu medizinischen Themen durchforstet sowie dem Doktor dann Diagnose-Vorschläge unterbreitet.
Wie Joseph Jasinski, IBM-Wissenschaftler am T. J. Watson Research Center in den USA und Leiter der weltweiten Forschungsvorhaben im Bereich Gesundheitswesen, gegenüber Computerworld ausführt, verwende das nun vorgestellte System zwar zahlreiche Elemente und Methoden des Quiz-Spielers Watson, sei aber im Grossen und Ganzen recht abgespeckt. «In der Jeopardy-Sendung musste der Rechner in wenigen Sekunden eine sichere Antwort parat haben, bei der medizinischen Anwendung reicht es, wenn der Arzt nach etwa einer Minute über eine Diagnose informiert wird», erklärt Jasinski. Die Vorgehensweise, um die Antwort auf eine gestellte Frage zu liefern, sei aber die gleiche. Beide Systeme hätten die Fähigkeit, die Bedeutung und den Kontext natürlicher Sprache zu analysieren und die gewonnenen Erkenntnisse auch zu gewichten. «Hierin unterscheidet sich Watson stark von vergleichbaren Systemen in der Wirtschaft, die sehr strukturierte Informationen wie Datenbanken durchforsten und aufbereiten», hält Jasinski fest.
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