Telekom-Markt Schweiz: «Die Boomphase ist vorbei»

» Von Fabian Vogt , 02.09.2016 15:45.

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«TV das emotionalste Produkt»

Das TV-Geschäft ist derzeit wohl der interessanteste Bereich. Während Mobil-Telefonie von den Kabelunternehmern vor allem als Commodity betrieben wird, um Bundle-Pakete anbieten zu können, wollen sich im TV-Geschäft alle Unternehmen klar positionieren. Was interessant werden dürfte, da es derzeit bei 3,5 Millionen Schweizer Haushalten über vier Millionen TV-Abonnemente gibt.

Im Gegensatz zu Mobile braucht aber kein Haushalt zwei TV-Anbieter, weswegen Nicolas Perrenoud eine grössere Konsolidierungswelle in den nächsten Jahren prophezeit. «TV ist das emotionalste Produkt. Während man sich im Mobile- und Internetgeschäft fast nur über Preis-Leistung differenzieren kann, gibt es im TV mehr Möglichkeiten auf Produktseite. Eine der Wichtigsten ist die Übertragung von Live-Sport, weil alles andere je länger je öfters zeitversetzt geschaut wird, was zudem auch alle anbieten.» Dies sei der Grund, warum er sich seit Jahren für gleichlange Spiesse im TV-Bereich einsetze.

Bloss: Sunrise hat dasselbe Sportangebot wie Quickline, gewinnt aber mächtig Kunden dazu. Perrenoud erklärt sich dies mit einer aggressiven Marketingkampagne, deren Zugpferd Roger Federer ist. «Zudem macht Sunrise preislich sehr attraktive Angebote und investiert viel in Neukundenwachstum. Was dann trotz Kundenwachstum einen Umsatzrückgang zur Folge hat.» Sunrise sagt dazu, dass man im TV-Bereich aufgrund des Funktionsumfangs und der Benutzerfreundlichkeit schneller wachse als die anderen Anbieter. Der Umsatzrückgang wird unter anderem mit Preissenkungen beim Roaming und zeitlich befristeten Promotionen sowie strukturellen Negativeffekten bei Mobile Prepaid und der Festnetztelefonie erklärt.

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