Telekom-Markt Schweiz: «Die Boomphase ist vorbei»

» Von Fabian Vogt , 02.09.2016 15:45.

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«Kabler haben Infrastrukturvorteil»

Wenn der Verdrängungswettbewerb vorbei ist, glaubt Nicolas Perrenoud, CEO der Quickline Group, dass die Kabler den besseren Schnitt gemacht haben werden. «Es ist Fakt, dass die Swisscom nicht mehr so stark zulegt wie in früheren Jahren. Einerseits liegt dies daran, dass sie die 25.35 Franken Grundgebühr, die sie pro Fixnetkunde verlieren, nicht mit übrigen Diensten kompensieren können. Andererseits haben sie mit Umsatzeinbussen durch ARPU-Reduktion (Average Revenue per User; Anm. d. Red.) beim Mobile zu kämpfen. Da Bestandskunden hin- und herwechseln, fokussiert sich das Interesse auf Neukunden», führt Perrenoud aus.

Da sieht Perrenoud die Kabler besser aufgestellt: «Alle Mitglieder von Suissedigital haben nach wie vor den Infrastrukturvorteil. In Sachen Preis/Leistung sind wir, zumindest gegenüber Swisscom, deutlich attraktiver. Und durch unsere Serviceorganisation unterscheidet sich Quickline von den grösseren Konkurrenten. Wir bieten Produkte lokal an, Installationen sind bei uns schneller und unkomplizierter ausgeführt. Entsprechend leben wir auch extrem von Kundenempfehlungen, zwei Drittel der Neukunden akquirieren wir auf diesem Weg.»

Swisscom sieht das naturgemäss anders. Josef Huber, Leiter Mediendienst, sagt: «Dass die Kabelnetzbetreiber Umsatzgewinne machen, während wir stagnieren, liegt teils auch an deren Preiserhöhungen. Swisscom dagegen hat beispielsweise schon 2015 beim Roaming die Preise umd rund 100 Millionen Franken gesenkt; die gleiche Grössenordnung ist auch im laufenden Jahr vorgesehen.» Im Gegensatz zu den Kabelnetzanbietern biete Swisscom alle Dienste wie Festnetztelefonie, Internet, TV und Mobilfunk auf eigenen Netzen an. Nur zehn Jahre nach dem Einstieg ins Fernsehen sei Swisscom klarer Marktführer.

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