Surface ein iPad? Für die Amerikaner offenbar schon

400 Millionen Dollar hat Microsoft ausgegeben, um in der NFL das Surface als offizielles Tablet vermarkten zu können. Zum Leidwesen der Redmonder aber scheinen die Medien den Begriff Surface nicht zu kennen.

» Von Fabian Vogt , 12.09.2014 11:15.

Football ist der Sport Nummer eins in den USA. Beginnt die NFL (National Football League)-Saison in den Staaten, verdrängt sie Baseball, Basketball und Eishockey in den Hintergrund. Und der Superbowl, das Endspiel um die NFL-Meisterschaft, ist das meistgesehene (sich jährlich wiederholende) Sportereignis der Welt. Als Microsoft darum mit der NFL einen 5 Jahresvertrag über 400 Millionen Dollar aushandeln konnte, um ihr Surface zu bewerben, klang dies nach einem guten Deal für die Redmonder. Doch nun, eine Woche nach Saisonstart, präsentiert sich die Sachlage anders.

Denn mindestens zwei Kommentatoren bezeichneten das Microsoft-Tablet gemäss «BusinessInsider.in» als «iPad» und verschafften damit einem grossen Rivalen unerwartete Aufmerksamkeit. In einem Spiel, das amerikaweit übertragen wurde, machte ein Kommentator einen Witz darüber, wie lange es dauerte, bis es einem gerade mit dem Surface gezeigten Trainer gelang, «durch die Pictures des iPads zu scrollen».

 

In einem anderen Spiel wurde ein Spieler gezeigt, der mit dem Surface hantierte und gemäss Kommentator «gerade etwas anderes auf dem iPad macht, als Spielfilme zu schauen». Dem TV-Mann fiel immerhin auf, dass er bei der Namensnennung einen Fehler gemacht hatte und sprach später davon, dass die Spieler nun «iPad-ähnliche Geräte» zur Verfügung hätten. Aber nicht einmal wurde der Name Microsoft oder Surface genannt. Und nun da die Saison gestartet ist, verliert die Nutzung der Tablets auch ihren Newswert. Es wird also weniger über sie berichtet.

Gut für Microsoft, beinhaltet der Vertrag mit der NFL noch weitere Details. Nebst den Tablets wird das Microsoft-Surface-Logo auf Kameras angebraucht, welche die Schiedsrichter brauchen. Da können sich dann auch die Kommentatoren nicht versprechen.

Ob die Surface-Verkaufszahlen nach dem Deal ansteigen, wird man sehen. Für Microsoft muss es aber bedenklich sein, dass man – mindestens in der US-TV-Landschaft - davon ausgeht, dass jedes Tablet automatisch ein «iPad» ist.

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KOMMENTARE

John Doe: 12-09-14 15:34

Die Versprecher sind ja sicher lustig, aber genau deshalb ist Microsoft den Deal wohl eingegangen, im Bestreben, "Surface" bekannter zu machen.
Als Axpo Namensponsor der Superleague wurde, dauerte es auch Jahre, bis sich der Begriff durchsetzte, weil alle vorerst weiterhin von Superleague oder gar noch Nationalliga A sprachen. Und als dann der Strommarkt doch nicht liberalisiert wurde, war der Deal noch viel obsoleter, weil für alle Konsumenten der Strom weiterhin "einfach aus der Steckdose kommt", und niemand wirklich die Axpo kennen muss...
Falls Microsoft das Feld kampflos Apple überlassen würde, wäre dies sicher nicht zum Vorteil der Konsumenten, nicht einmal der Apple-User.

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