Six forciert Paymit für Mobile Payment

Der Finanzdienstleister Six sieht im Mobile Payment einen geschäftskritischen Zukunftsmarkt und stellt sich dafür neu auf. Das eigene Paymit sieht Six nicht im Nachteil gegenüber Twint.

» Von Mark Schröder , 17.02.2016 14:01.

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Aktuell sieht Twint wie der Gewinner aus im Wettstreit um Mobile Payment in der Schweiz. Die Lösung von PostFinance ist an den Kassen von Coop landesweit präsent, bis Ende Jahr will auch die Migros das System anbieten. Die höchste Verbreitung auf der Kundenseite beansprucht allerdings der Wettbewerber Paymit für sich. «Die Bezahl-App ist insgesamt 170'000 Mal heruntergeladen worden», erklärte Jürg Weber, Division CEO von Six Payment Services, an einem Medienanlass in Zürich.

Auf dem Erfolg von Paymit will Six nun aufbauen. Zusätzlich zu den zwei heute verfügbaren Apps von UBS und Zürcher Kantonalbank sollen bis Oktober noch acht weitere Banken eigene Paymit-Lösungen aufschalten. Den Anfang macht die Luzerner Kantonalbank, dann die Raiffeisen, die Waadtländer, Schwyzer, Obwaldner, Genfer, Zuger und schliesslich die St. Galler Kantonalbank. Wie Weber sagte, seit das Interesse zwar gross, bis anhin fehlten allerdings die Ressourcen, um weitere Institute in das System zu integrieren. Neu kooperiere Six mit Swisscom, was das Onboarding von Banken vereinfache.

Bei Six selbst stehen ebenfalls Veränderungen an, wie Group CEO Urs Rüegsegger an dem Anlass sagte. Der Geschäftsbereich Payment Services bekomme eine eigene Paymit-Einheit, die per 1. März 2016 von Armin Schmid geführt werde. Schmid war in den vergangenen zwei Jahren General Manager von PayPal in der Schweiz und Österreich. Zuvor leitete er in der Europa-Organisation von eBay fünf Jahre lang den Bereich «Strategy Expansion».

Paymit-Pläne im Detail

Die neue Six-Sparte soll sich nach den Worten Webers hauptsächlich um die Erweiterung des Funktionsumfangs von Paymit kümmern. Heute liefen bereits Tests mit dem Portal Usgang.ch und dem Sportamt Zürich für Mobile Payment. Weitere würden nun folgen.

Gestartet werden soll im März mit Selbständigen und unbeaufsichtigten Verkaufsstellen, beispielsweise Fitness Trainer oder Taxifahrer. Ab Mai werden Händler integriert, für die sich die Anschaffung eines Zahlungsterminals nicht lohnt, etwa Marktstände oder Take Aways. Zeitgleich will Six den Mobile Commerce für In-App-Käufe lancieren. Dann sollen etwa auch Usgang.ch und das Sportamt Zürich live gehen. Ab September plant der Finanzdienstleister das Update für seine Zahlungsterminals. Six ist nach eigenen Angaben Marktführer in der Schweiz mit einem Verbreitungsgrad von rund 60 Prozent am POS (Point Of Sale). Den vorläufigen Abschluss macht im November die Implementierung von Paymit-Technologie in Online-Shops. Zusätzlich zu den heute angebotenen Zahlungsoptionen wie Kreditkarte oder PayPal sollen Kunden dann auch via Paymit zahlen können. Auch hier startet Six nicht bei null. Wie Weber erklärte, nutzen heute schon rund 12'000 Webseiten die Technologie von Six Payment Services. So könne Paymit in Zukunft allenfalls auch im Ausland als Bezahlsystem verwendet werden.

Die ambitionierten Vorhaben sollen dem Mobile Payment weiteren Zuspruch bescheren – sowohl bei den Banken, den Endkunden als auch den Händlern. «Banken entscheiden sich heute für Twint, weil die Lösung schon am Markt verfügbar ist», sagte Division CEO Weber mit Blick auf die nationale Konkurrenz. Group CEO Rüegsegger äusserte sich überzeugt, dass Banken bei Mobile Payment auf eine Multi-Provider-Strategie setzen werden.

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