Schweizer IT-Startups bei Investoren heiss begehrt

Es war bisher schwierig für IT-Startups aus der Schweiz, potente Investoren zu finden. Letzte Woche bildete die Ausnahme. Gleich drei Firmen konnten sehr erfolgreiche Finanzierungsrunden vermelden: Dacuda, Dizmo und ProtonMail.

» Von Fabian Vogt , 23.06.2014 09:42.

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Schweizer IT-Startups scheinen den Nerv der Zeit zu treffen. War es für sie bisher oft schwierig, erfolgreiche Finanzierungsrunden abzuschliessen, machten letzte Woche gleich drei Unternehmen mit herausragenden Ergebnissen auf sich aufmerksam. Das finanziell lukrativste Geschäft ging Dizmo ein.

Dizmo entwickelt ein neuartiges Userinterface für Smart-Displays. Auf dem Bildschirm können kabellose Geräte und Sensoren abgebildet und kontrolliert werden. Ein Beispiel für eine dieser «Dizmo» genannten Anwendungen ist eine Steuerung für Philips' WLAN-Lampe Hue. Über das entsprechende Dizmo kann die reale Lampe nicht nur ein-/aus-geschalten werden, sondern unter anderem mit einer Wetter-App kombiniert werden. Je nach Aussentemperatur welche die App anzeigt, nimmt die Lampe dann eine andere Farbe an. Die Technologie, mit der DizmoGründer Matthias Aebi Vorreiter fürs Internet der Dinge sein will, scheint Begehrlichkeiten zu wecken. Vor wenigen Monaten konnte man als erstes Schweizer Tech-Projekt auf Kickstarter über 25 000 Dollar einnehmen, nun gelang ein noch weit grösserer Coup: Ariel Lüdi, CEO von Hybris, investiert 2 Millionen Dollar in Dizmo. Das Geld dafür hat Lüdi, seine Schweizer E-Commerce-Softwarefirma wurde letztes Jahr für eine geschätzte Milliarde Franken von SAP übernommen. 2 Millionen sind dennoch viel Geld, entsprechend stark ist Lüdi von Dizmo überzeugt: «Die Firma hat das Potenzial, den Lebens- und Arbeitsraum der Zukunft zu revolutionieren und Antworten auf neue Fragen zu liefern, die mit der Vernetzung verschiedener Welten auftauchen», sagte Lüdi gegenüber ItProPortal.com.

Dizmo ist geldmässig gesehen der grösste Coup aus Schweizer Start-up-Sicht der letzten Woche geglückt – aber nicht der einzige. Dacuda will Computermäuse mit Scanmodul herstellen und hat erstmals Aufsehen erregt, als man letztes Jahr auf Rang 7 der 100 besten Schweizer Start-ups 2013 landete. Am 16. Juni hat man eine Kickstarter-Kampagne für das erste Produkt «PocketScan» gestartet, die einen Monat laufen wird. Mit «PocketScan» lassen sich alle Formate bis A3 scannen, auch wenn sie nicht in einen regulären Scanner passen, verspricht Dacuda. Beim Schreiben dieses Artikels, eine Woche nach Kampagnenstart, konnte man sich bereits 220 000 Dollar sichern, das Ziel waren 50 000 Dollar.

Ebenfalls hoch im Kurs steht ProtonMail, Genfer Anbieter eines verschlüsselten Emaildienstes. Der Dienst wurde von CERN-Wissenschaftlern entwickelt und soll Menschen vor der Massenüberwachung von Staaten und Firmen schützen. ProtonMail bietet End-to-End-Verschlüsselung, die Daten der User sind bereits verschlüsselt wenn sie die Server des Unternehmens erreichen. 2 neue solcher Server, die wie der Rest in der Schweiz stehen, will man sich besorgen, weswegen man via Crowdsourcing-Plattform «Indiegogo» 100 000 Franken einnehmen wollte. Seit dem 17. Juni haben Investoren 206 000 Dollar gesprochen, auch diese Kampagne hat damit ihr Ziel deutlich übertroffen – und läuft noch bis zum 17. Juli. 

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KOMMENTARE

Mark Snycerski: 24-06-14 19:20

Es dauert weniger Geld, um ein Software-Unternehmen heute zu starten. Viele der untergeordneten Bausteine ​​sind leicht verfügbar. Wenn Unternehmen öffnen ihre Produkte mit den öffentlichen APIs kann das Ökosystem verbessern und zu wachsen. Philips machte eine große Entscheidung, eine offene API zur Steuerung ihrer Philips Hue LED-Lampen zu veröffentlichen. Dies führte in mehr als 100 Anwendungen von Drittanbietern, die ihre ursprüngliche Funktionalität einschließlich Hue Lights, Hue Disco und viele andere stark erweitern.

Es gibt auch Hardware-Unternehmen die Integration von Philips Hue in ihre Produkte. Wenn mehr Unternehmen folgen diesem Ansatz, kann es um eine schnelle Innovation und die Geburt von neuen Unternehmen führen.

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