Schweizer ICT-Stellenmarkt kennt kein Sommerloch

Gegen 3500 ICT-Stellen sind derzeit in der Schweiz unbesetzt und ausgeschrieben. Dies zeigen Zahlen, die der Branchenverband Swico zusammengetragen hat.

» Von Jens Stark , 03.08.2017 10:27.

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Schweizer Unternehmen suchen auch während der Sommerferien händeringend nach ICT-Personal. Das zeigen die jüngsten Zahlen der unbesetzten und ausgeschriebenen ICT-Stellen in der Schweiz, die vom ICT-Branchenverband Swico regelmässig gesammelt werden und Computerworld vorliegen.

Demnach sind für den August 2017 insgesamt 3446 ICT-Stellen unbesetzt und auf Stellenportalen wie jobs.ch und ictjobs.ch ausgeschrieben. Das sind knapp 500 mehr als Anfang 2017 oder vor einem Jahr (siehe Grafik).

Besonders gefragt sind nach den Swico-Zahlen ICT-Personal im Bereich Software Engineering. 1007 offene und ausgeschriebene Stellen werden hier derzeit verzeichnet. Ebenfalls gesucht sind jobs im Bereich «Systems Engineering und System-Administration» (507), «Projektmanagement und Analyse» (465), «Beratung und Wirtschaftsanalyse» (399) sowie «User Help Desk, Support und Training» (256). Im Mittelfeld befinden sich Ausschreibungen nach ERP-, SAP-und CRM-Spezialisten und Security-Experten: 221, respektive 209 Stellen gibt es hier zu besetzen. Zudem werden gemäss Swico im August 164 Datenbank-Spezialisten und 157 Netzwerk-Ingenieure gesucht. Das Schlusslicht bilden Stellen im Bereich Web Publishing und Design. Hier sind 61 Stellen offen und ausgeschrieben.

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KOMMENTARE

Ernst Senn: 04-08-17 09:31

Was nun noch fehlt ist die konsolidierte Statistik vom RAF welche aufzeigt, wie viele Informatik-Profile ohne Job sind. Diese sind ein Vielfaches gegenüber den offenen Stellen. Es hat sich in der Branche zur Tugend gemacht, besetzte Stellen von bestens qualifizierten Mitarbeitenden der Kategorie 45+ per Defakto einfach auszuschreiben um festzustellen, ob es für die gleiche Leistung auf dem Markt einen jungen Mitarbeiter gibt, welcher mindestens ¼ bis 1/3 günstiger ist. Oder die Stelle durch einen Mitarbeiter aus dem grossen Kanton noch günstiger besetzt werden kann. Die Kategorie 45+ überlässt man dann gerne dem schweizer Sozialsystem. So ist es einfach, einen Fachkräftemangel in dieser Branche auf zu beschwören. Konkret besteht in der schweizer IT ein „Fachkräftemangel mit Lohnniveau des fernen Osten“. Erschwerend kommt dazu, dass die Qualifikationen in den HR-Abteilungen grosses Potential nach oben haben. Die Job-Ausschreibungen widerstreben vielfach jeglicher Realität, was dazu führt, dass viel Stellenbesetzungen nicht stattfinden, da die wirklich qualifizierten Kandidaten sich auf diese unqualifizierten Ausschreibungen schon gar nicht einlassen, und die, welche es dann wirklich tun, dies als Notlösungen angehen, welche sich in den allermeisten Fällen als gegenseitig sehr enttäuschte Partner dann wieder trennen. Fachkräftemangel in der schweizer IT ist eine grosse Mogelpackung.

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