Schweizer E-Government auf der Blockchain

Das Start-up Procivis hat einen Prototyp für eine E-Government-Plattform auf Basis der Blockchain-Technologie entwickelt. Eine erste Anwendung soll das E-Voting werden.

» Von Mark Schröder , 25.01.2017 11:39.

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Die Blockchain-Technologie soll künftig auch für das E-Government genutzt werden. Dieses Ziel hat sich Daniel Gasteiger mit der Gründung des Unternehmens Procivis gesetzt. Wie es Gasteiger in einer Mitteilung formuliert, seien elektronische Behördendienstleistungen ein Beispiel dafür, wie die Blockchain-Technologie jenseits von Krypto-Währungen wie Bitcoin eingesetzt werden kann. 

Procivis will eine Plattform entwickeln, der eine digitale Identitätsverwaltung zugrunde liegt. Die Basis dafür soll die Blockchain-Technologie sein. Auf der Plattform sollen Behörden ihre elektronischen Dienstleistungen in einem App Store einstellen können, zum Beispiel Grundbuch- und Handelsregistereinträge oder Steuererklärungen. Bürger mit einem digitalen Identitätsnachweis können dann die Amtsgeschäfte an ihrem Smartphone oder PC abwickeln. «Wir wollen eine Plattform bauen, die künftig als digitales Rückgrat von Demokratien auf der ganzen Welt dienen kann», sagt Gasteiger laut der Mitteilung.

Die Technik funktioniere bereits, erklärt der Firmengründer. Einen Machbarkeitsnachweis zeigt er am Mittwoch an einem Anlass in Bern: Die Smartphone-basierte E-Voting-Lösung mit Procivis-Technologie ermöglicht den Bürgern eine manipulationssichere Stimmabgabe.

Vorbild Estland

Procivis hat ausserdem eine Studie finanziert, die von Professor Alexander Trechsel von der Universität Luzern und der Zürcher Beratungsfirma Xupery realisiert wurde. Der Report vergleicht die Entwicklung der Schweiz und Estlands als digitale Gesellschaften in den letzten 20 Jahren.

Einige zentrale Erkenntnisse sind: Erfolgreiches E-Government beginnt mit der umfassenden politischen Unterstützung der erforderlichen Technologie. Weiter trägt die Förderung von öffentlich-privaten Partnerschaften, die in iterativen Prozessen benutzerzentrierte und effiziente Dienstleistungen entwickeln, zum Erfolg bei. Drittens ist eine digitale Identität für jeden Bürger ist für E-Government unabdingbar. In allen drei Bereichen ist Estland weit fortgeschritten. «Die Schweiz als eines der weltweit innovativsten Länder hat die Chancen der Digitalisierung im öffentlichen Sektor bislang noch nicht ausreichend wahrgenommen hat», sagt Professor Trechsel. Die Experten aus Estland hat Procivis nun als Partner an Bord.

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