Schweiz tut sich schwer beim Social Banking

Die traditionellen Schweizer Banken sind zwar in den neuen Medien präsent, innovative Lösungen für Social Banking sind aber selten. An der Konferenz «Finance 2.0» gab es Inspiration.

» Von Mark Schröder , 08.10.2013 23:21. Letztes Update, 09.10.2013 13:44.

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Die Grossbank UBS hat vor anderthalb Jahren eine Mobilstrategie definiert. Damals waren die Strategen vergleichsweise früh dran, liesse sich aus heutiger Perspektive argumentieren. Viele andere etablierte (Finanz)Konzerne boten in 2011 höchstens rudimentäre Funktionen auf den Mobilplattformen an. Heute ist eine Banking-App auf jedem zehnten Smartphone der circa 2,5 Millionen Kunden von UBS Schweiz installiert. «Wir verzeichnen 10 Millionen Kundenkontakte pro Jahr via Mobile. Der Kanal wächst um ein Prozent – jede Woche», berichtete Andreas Kubli, Head Multichannel Management & Digitization bei UBS Schweiz. Er war einer der Redner an der Konferenz «Finance 2.0» am Dienstag in Zürich.

Laut Kubli ist die gemeinsam mit AdNovum entwickelte App nur ein Kanal, auf dem die Grossbank ihre Kunden bedient. Demnächst wird ein neues E-Banking aufgeschaltet, das zusammen mit Namics programmiert wurde. Die Ansichten auf das Konto werden variabel sein, Kunden können individuell einstellen, ob sie zum Beispiel eine Standardansicht, eine Liquiditäts- oder eine Transaktionsübersicht angezeigt bekommen. Alle Oberflächen sind auch für Tablets optimiert, sagte Kubli. Nach dem Rollout will die Bank noch einen «persönlichen Finanzassistenten» aufschalten, in dem Geldströme analysiert und Sparziele definiert werden können.

Den Geschäftskunden bietet UBS voraussichtlich im vierten Quartal 2013 die Möglichkeit, Kartenzahlungen mit einem iPhone oder iPad entgegen zu nehmen. Dafür partnert die Bank mit dem Anbieter SumUp. Der britische Lieferant bietet eine App und ein Kartenlesegerät mit Tastenfeld für die PIN-Eingabe an, das die UBS vertreiben wird.

Ausserdem plant die UBS weitere Neuerungen, die über das traditionelle Bankengeschäft hinaus gehen, sagte Kubli. Ein Beispiel ist die Neukonzeption der Webseiten, auf denen nicht mehr Produkte beworben, sondern Kundenbedürfnisse adressiert werden. Für das Private Banking ist schon heute eine iPad-App in Betrieb, mit der Berater gemeinsam mit dem Kunden mögliche Anlagestrategien simulieren können.

Jenseits der Grenzen sind Finanzdienstleistungsanbieter zwar ebenfalls damit befasst, ihre traditionellen Produkte auf multiplen Kanälen zu vertreiben. Gleichzeitig drängen immer mehr Wettbewerber auf den Markt, die Alternativen anbieten. Teils sind aber Schweizer Anleger involviert, wie im Fall von Next Generation Finance Invest. Partner Marc Bernegger sagte an der Konferenz, dass er die Finanzindustrie auch hierzulande vor Veränderungen sehe. «Die bestehenden Wertschöpfungsketten werden von neuen Anbietern aufgebrochen», erklärte der Experte. Als Gründe für die aktuelle Zurückhaltung hierzulande sah Bernegger die vergleichsweise geringe Verbreitung von Social Media im professionellen Umfeld und die Zurückhaltung bei den Verbrauchern. Auch die Regulierung bilde eine hohe Hürde für den Markteintritt.

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