Pröstli - die Schweiz feiert sich als CeBIT-Partnerland 2016

10 Tage vor CeBIT-Messebeginn (14. bis 18. März) knallten in Zürich die Sektkorken. 70 Schweizer Business Leader feierten den (inoffiziellen) Schweizer CeBIT-Start. IBM, Microsoft, Twint, Noser Group, Ergon, SAP, Nexiot und ComfyLight glänzten mit Kurzreferaten.

» Von Michael Kurzidim , 03.03.2016 13:51.

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Die Schweiz läutet die CeBIT ein. 70 Firmenchefs, Branchenvertreter und Journalisten waren Mittwochabend ins Bay Area in Zürich gekommen, um die Schweiz als Partnerland der CeBIT (14. bis 18. März) zu feiern. Die Stimmung war ausgelassen, fast aufgekratzt. Die Schweiz freut sich auf die CeBIT und sieht der grössten ICT-Messe der Welt mit Spannung entgegen. "Ich denke, dass sowohl Deutschland als auch die anderen europäischen Staaten in vielen Bereichen von der Innovationskultur und dem unternehmerischen Mut in der Schweiz lernen können", sagte Marius Felzmann von der Deutschen Messe AG, der extra nach Zürich angereist war. Die Schweiz gehöre seit Jahren zu den innovativsten Nationen, sie zähle die meisten Patente pro Einwohner in ganz Europa und sei bei der Digitalisierung eines der fortschrittlichsten Länder der Welt. "Es gibt eine digitale DNA in der Schweiz, und das werden wir zeigen", versprach Andreas Kaelin, Geschäftsführer von ICTSwitzerland.

Twint - digitales Portemonnaie der Schweiz

Zehn Aussteller des Schweizer Pavillions (Halle 6 in Hannover) - insgesamt sind es über 70 Aussteller - stellten auf dem CeBIT-Apero am Mittwochabend ihr Portfolio vor. Im Schnelldurchlauf, pro Aussteller war eine Redezeit von fünf Minuten vorgesehen. Man musste sich also sehr kurz fassen. So zum Beispiel Thierry Kneissler von der Twint AG, der das "offene, digitale Portmonnaie der Schweiz" präsentierte. Twint gehört zum Postkonzern (PostFinance), unter anderem die Bank Coop, die Basler, St. Galler, die Graubündner, Thurgauer und die Schaffhauser Kantonalbank sind bereits mit im Boot. "In vier Monaten haben wir 4000 Kassen in der Schweiz eingerichtet, das wird auch in anderen Ländern funktionieren", betonte Kneissler. Er erhofft sich von der CeBIT eine Internationalisierung des Geschäfts und Zugang zu weiteren Ländermärkten.

LED-Sicherheitslampe

Stefanie Turber von ComfiLight zeigte ihre LED-Sicherheitslampe, die im Frühjahr dieses Jahres auf den Markt kommen soll. Die Lampe ist smart, sie erlernt mithilfe von Sensoren das Bewegungsmuster der Bewohner und simuliert es bei Abwesenheit, schaltet also das Licht in den Wohnungsräumen ein oder aus, so als ob die Bewohner noch in der Wohnung wären. Dadurch werden Einbrecher abgeschreckt. Sind trotzdem Fremde in die Wohnung eingedrungen, das erkennt die Lampe an untypischen Bewegungsmustern, werden die Bewohner per Smartphone App benachrichtigt.

Microsoft Schweiz führt auf der CeBIT das Thema "Digitales Wirtschaftswunder" fort. Country General Manager Marianne Janik stellte auf dem Apero-Event eine Service-Plattform vor, über die sich Elektrofahrzeuge aufladen können. Microsoft Schweiz hat die Plattform zusammen mit ABB entwickelt. Alle ABB-Schnellladestationen, das gesamte Ökosystem, sei über Microsofts Azure-Cloud miteinander vernetzt, erklärte Janik.

"Die dritte Industrielle Revolution - die Digitale Transformation - ist die kognitive Ära", betonte Nicolaas Hertzsch von IBM Schweiz. IBM legt auf der CeBIT einen Schwerpunkt auf seine Intelligenzmaschine Watson, die bereits in der Medizinforschung, bei der Swiss Re und im Gesundheitswesen produktiv eingesetzt wird. Die Noser Group wird unter anderem ihr Call Center zeigen, das bei der PostFinance und der Allianz-Versicherungsgruppe im Einsatz ist. Eine Besonderheit: Die Noser Young Professional AG wird Besuchern eine Kurz-Lehre anbieten, um dem internationalen Messepublikum das duale Bildungssystem der Schweiz näherzubringen.

400 Schweizer Business Leader zur CeBIT

Über 400 Business Leader der Schweizer ICT-Wirtschaft haben ihren CeBIT-Besuch bereits fest gebucht. Die Delegation aus der Schweiz reist mit vier Chartern ab Bern und Zürich an. Spannende Programmpunkte auf der Agenda: Bundesratspräsident Johann Schneider-Ammann eröffnet am Montagnachmittag, dem ersten Messetag, den CeBIT Switzerland Summit (CeBIT Global Conferences, Center Stage, Halle 8, 16.00 bis 18.00 Uhr). Danach spricht Schneider-Ammann und der stellvertretende deutsche Bundeskanzler Sigmar Gabriel vor 2000 geladenen Gästen auf der CeBIT Welcome Night in Halle 9. Nick Hayek, Chef der Schweizer Swatch Group, wird eine Keynote halten.

Premiere: Drohnen-Flugshow

Erstmals werden auf der Messe die Transportmöglichkeiten der Zukunft vorgestellt: die Drohnen. Rund um das Thema entstehen neue Geschäftsmodelle, sei es in Logistik, in der Agrarwirtschaft, bei behördlichen Einsätzen oder bei Sicherheitsunternehmen. Die Dronemasters warten mit einem mehrtägigen Konferenzprogramm und einer Flugarena in Halle 16 auf. Auch Schweizer Aussteller befassen sich mit den unbemannten Flugobjekten und zeigen am Schweizer Zentralstand in Halle sechs Anwendungsbeispiele.

Global Conferences: 200 Referenten aus aller Welt

Das Highlight im Konferenzprogramm sind die "Global Conferences" in Halle 8. Mehr als 200 Referenten aus Wirtschaft und Politik erläutern und diskutieren die Trends der digitalen Welt. Aus der Schweiz reist unter anderem die Informatik-Legende Niklaus Wirth an, der die Programmiersprache Pascal entwickelt hat. Ausserdem referieren Marc Bütikofer von Airlock Zürich, Johann Gevers von Monetas aus Zug sowie Christoph Wartmann, Gründer der Nexiot AG in Zürich. Spannend dürfte auch der Vortrag von Phil Zimmermann werden, der über die von ihm entwickelte Verschlüsselungs-Software Pretty Good Privacy (PGP) spricht.

Weitere Informationen zur CeBIT:

Liste der Schweizer Aussteller auf der CeBIT (Hallen- und Standnummern)

Infos zum Schweizer Rahmenprogramm

Programm des Swiss Pavilion (inklusive Abstracts und Referenten-Portraits)

              

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