Personalumfrage im Bund: ISB und BIT zufriedenstellend - EDÖB am Ende

Die Mitarbeiter der Bundesverwaltung sind mit ihren Arbeitgebern relativ zufrieden. Das trifft auch im BIT und ISB zu, wo die Verantwortlichen trotzdem Verbesserungspotenzial sehen. Am Ende der Rangliste steht EDÖB Hanspeter Thür, den die Resultate aber nicht besonders zu stören scheinen.

» Von Fabian Vogt , 30.03.2015 16:48.

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«Wie man sich bettet, so liegt man.» «Wie man in den Wald ruft, so schallt es hinaus.» «Auge um Auge, Zahn um Zahn.» Es gibt dutzende – gute und schlechte – Sprichworte, die alle dasselbe sagen: Behandle andere so, wie du behandelt werden willst. Für Führungskräfte bedeutet dies: Je zufriedener meine Mitarbeiter mit mir sind, desto besser dürfte ihre Arbeitsleitung ausfallen. In den Abteilungen der Bundesverwaltung dürften Amtsleiter, Geschäftsleiter, Delegierte, Unternehmensleiter, Direktoren etc. deshalb mit einer gewissen Anspannung auf die Resultate der alle drei Jahre erhobenen Personalbefragung des Eidgenössischen Personalamts gewartet haben. Computerworld liegt die Detailauswertung vor. Und diese weist für die Informatikabteilungen ein zufriedenstellendes Zeugnis aus. Man liegt zumeist im Durchschnitt, Ausreisser nach oben und unten sind aber vorhanden:

Durchschnitt

ISB

BIT

ISC-EJPD

Arbeitszufriedenheit

71

72

70

74

Commitment

80

77

80

83

Fluktuationsneigung

80

73

79

83

Identifikation

80

82

80

84

Zielorientiertes Verhalten

76

75

75

79

Vereinbarkeit Arbeit/Privatleben

68

80

74

67

Führung: Oberste Leitung

61

64

57

63

Führung: Direkter Vorgesetzter

71

71

73

77

Personalinformation

73

80

73

83

Gesundheit

81

84

80

82

 

Von den drei Ämtern wird das Informatik Service Center (ISC-EJPD) am besten bewertet. Der zentrale Leistungserbringer im Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement überzeugt in jedem Bereich, ausser in der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben. Das dürfte für die von Christian Baumann geführte Organisation, die auf die Entwicklung sowie den Betrieb von spezifischen und sicherheitskritischen Anwendungen des öffentlichen Bereichs spezialisiert ist, aber nur ein kleiner Wehrmutstropfen sein. Im Vergleich mit dem Durchschnitt ist man auch da gut dabei.

Fischer abwartend, Conti zufrieden

Vergleicht man die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben aber mit dem Informatiksteuerorgan des Bundes (ISB), hat das ISC Aufholbedarf. Allerdings ist die Zufriedenheit der Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Arbeitsgestaltung auch das grösste Plus des ISB. Von rund 80 befragten Abteilungen der Bundesverwaltung erreichen nur sechs eine höhere Bewertung in diesem Bereich. Da ist es umso überraschender, dass verhältnismässig viele Mitarbeiter Abwanderungsgedanken hegen. 73 Prozent denken gemäss der Umfrage nicht über eine neue Stelle nach nach, der Durchschnitt liegt bei 80 Prozent. Peter Fischer, Delegierter für die Informatiksteuerung des Bundes, sagt gegenüber Computerworld: «Eine erste Sichtung hat gezeigt, dass die hohe Fluktuationsneigung mit einer real sehr tiefen Fluktuation in Kontrast steht. Ob dies auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass bei verhältnismässig vielen Projekten befristete Stellen gebundenen sind, ist noch nicht geklärt.» In den kommenden Wochen würden die Resultate in der ISB-Geschäftsleitung deshalb sorgfältig analysiert und Massnahmen getroffen. «Zur Verbesserung unserer Schwächen aber auch zur Pflege unserer Stärken».

Beim Bundesamt für Informatik ist der verantwortliche Direktor, Giovanni Conti, bereits weiter mit der Aufarbeitung. Man sei mit den Resultaten aus der Personalumfrage sehr zufrieden. «Insbesondere freut es uns, dass sich Arbeit und Privatleben unserer Mitarbeitenden scheinbar gut miteinander vereinbaren lassen», schreibt Conti in einer Stellungnahme. «Dies führen wir unter anderem auf unsere modernen Arbeitsformen inklusive deren technische Unterstützung zurück: Teilzeitpensen, mobiles Arbeiten und Home-Office sind bei uns im Alltag verankerte Themen.» Während die Arbeitsgestaltung auch im BIT positiv bewertet wird, schneidet die Führung schlechter ab. Der schon im Durchschnitt schlechte Wert liegt beim BIT noch tiefer, weshalb Giovanni Conti klare Verbesserungen anstreben will: «Die im Führungsteam diskutierten Ansätze beinhalten einerseits die verstärkte Präsenz der Führung in den einzelnen Teams im Alltag als wichtigen Punkt. Weiter sollen Entscheide der obersten Führungsebene nachvollziehbarer kommuniziert werden und die Mitarbeitenden vermehrt über die Stossrichtungen der Organisation informiert werden. Auch will ich die Einbindung aller Führungsstufen in den gestalterischen Prozess der Unternehmensführung weiter ausbauen. Für uns zeugt diese Umfrage davon, dass sich die Zufriedenheit der BIT-Mitarbeitenden substantiell gesteigert hat – und dass wir hier auf einem Weg in die gute Richtung sind, jedoch noch nicht am Ziel.» Mit dem letzten Satz spricht Conti die Ergebnisse der Untersuchung von 2011 an, als die BIT-Führung in einigen Teilbereichen noch schlechter abschnitt. «Aufgrund der anspruchsvollen Situation von 2011 erachte ich diese Resultate als eine ermutigende Quittung, den Dialog zwischen Mitarbeitende und Führung noch weiter zu verbessern», sagt Conti. 

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