Nidwaldner Versicherungsbetrüger handelte aus reiner Geldgier

Im Fall eines für fünf Jahre verurteilten Nidwaldner Versicherungsbetrüger und EDV-Spezialisten liegt nun die Begründung vor.

» Von SDA , 05.10.2017 06:42.

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Das Nidwaldner Kantonsgericht hat einen 69-jährigen EDV-Spezialisten wegen Versicherungsbetrugs zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er habe verwerflich gehandelt. Seine 58-jährige Frau erhielt wegen Gehilfenschaft 18 Monate bedingt. Nun liegt das begründete Urteil vor.

Der Beschuldigte hatte sich 1989 in einem Verkehrsunfall an der Halswirbelsäule verletzt. 1991 anerkannte die IV wegen praktisch vollständiger Arbeitsunfähigkeit eine Invalidität von 100 Prozent. Später wurde der IV-Grad auf 70 Prozent gesenkt, ausbezahlt wurde weiterhin eine volle Rente.

In der Folge gab der Mann gegenüber seinem Arzt und Versicherungen an, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert und verschwieg, dass er erwerbstätig war. Das geht aus dem begründeten Urteil hervor, das das Kantonsgericht Nidwalden am Dienstag publizierte.

So arbeitete der Mann bei verschiedenen IT-Firmen. Zunächst war er Inhaber und Geschäftsführer, sodann gründete er eine Firma und sass auch in der Geschäftsleitung eines Arzneimittel-Unternehmens. Zwischen 2002 und 2008 habe er insgesamt 2,2 Millionen Franken verdient.

Luxuriöser Lebensstil

Gleichzeitig bezog er aber zu Unrecht Versicherungsleistungen. Die IV-Stellen Luzern und Nidwalden bezahlten ihm zwischen 2002 und 2012 Renten von fast 366'000 Franken, von Swiss Life erhielt er zwischen 2003 und 2012 Renten und Prämienbefreiungen in der Höhe von 933'000 Franken. Weitere Beträge sind verjährt, im Falle einer Leistung der Schweizerischen Mobiliar sprach das Gericht den Mann frei.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er sich des gewerbsmässigen Betrugs schuldig gemacht hat und verurteilten ihn zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Schuldig sei er auch der Urkundenfälschung, der Unterlassung der Buchführung und der Veruntreuung.

Zur Begründung für das Strafmass führen die Richter aus, es sei ein erheblicher Schaden von 1,3 Millionen Franken entstanden. Zudem habe der Beschuldigte aus reiner Geldgier gehandelt um seinen luxuriösen Lebensstil zu finanzieren. Es zeuge von erheblicher krimineller Energie, dass er auch ohne die ertrogenen Gelder in der Lage war, ein hohes Einkommen zu erzielen.

Durch Falschangaben gegenüber dem Arzt habe der Beschuldigte «eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkunden lassen». Er habe dies im Wissen getan, zu Unrecht weiterhin eine volle Invalidenrente zu erhalten.

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