Zugpferde der IT-Industrie

Alle wollen innovativ sein, doch nur wenige haben das Potenzial dazu. Wer bereit ist, technisch oder methodisch eine Vorreiterrolle einzunehmen, muss als Zugpferd taugen.

» Von , 01.10.2005 21:32. Letztes Update, 01.10.2005 21:39.

Ispin,IT-Security, 1999
Dass insbesondere die Mitarbeiter eines Unternehmens als grösstes IT-Sicherheitsrisiko gelten, ist zwar eine Binsenwahrheit. Doch hier Abhilfe zu schaffen, passiert vergleichsweise selten. Ausgehend vom Unternehmen als Zentrum hat sich die 18-köpfige Mannschaft der Bassersdorfer Ispin auf die Fahnen geschrieben, mit organisatorischen und technischen Mitteln die Arbeitsplätze zu sichern. Dem User gilt die besondere Aufmerksamkeit. Ispin liefert neben der Analyse der Aufbau- und Ablauforganisation die notwendige Hard- und Software. Ausserdem schulen die Security-Spezialisten die Mitarbeiter.

Umantis,Software-Entwickler, 2005
Im Jahr 2000 sollte nur der Kontakt zwischen Investoren und Mitarbeiter geknüpft werden. Die St. Galler Firma heisst deshalb Brains-To-Ventures. Doch 2001 entwickeln die Personalvermittler ihre eigene Software namens Umantis. Sie entpuppt sich als Renner, weil sie nicht nur Leute und Jobs, sondern auch Wissen und Kompetenz mit Jobs abgleicht. Das Potenzial von Umantis erwies sich als so ausbaubar, dass die 30-köpfige Umantis seit Sommer 2005 als eigenständiges Unternehmen agiert.

Endoxon,Kartografie, 1988
Die Geo-Informatiker von Endoxon haben längst die traditionellen Wege der Kartografie hinter sich gelassen. Heute steht das 60 Köpfe zählende Unternehmen beispielsweise für «Swissarena», die grösste begehbare Schweizer Landkarte. Daneben stehen medienübergreifende Kommunikationsdienste via Internet, WAP und SMS sowie MMS. Luftbilder und Routenplaner der Luzerner finden sich auf diversen Portalen. Heute bedienen die Kartografen von Endoxon via «mobidick.ch» etwa auch mit Informationsdiensten und Spielen die breite Palette mobiler Anwendungen.

Hostpoint,ISP, 2001
Dem Rapperswiler ISP (Internet Service Provider) Hostpoint steht ein Trio vor, um das sich 15 Mitarbeiter scharen. Betreut werden aktuell um die 40 000 Domainadressen. Die Dienste werden von Privaten genauso gebucht wie von KMU und Grosskonzernen. Dabei gibts das Unternehmen erst seit 2001. Inzwischen glaubt sich Hostpoint auch über die üblichen Hosting-Angebote hinaus profiliert zu haben. So konnte man im letzten Jahr mit der Eigenentwicklung des Web-O-Mat glänzen. Dahinter steht ein Werkzeug zum Website-Bau für jedermann. Die ISP-Durchstarter sehen ihr Unternehmen langfristig bereits auf dem internationalen Parkett. Etabliert hat sich die Hostpoint-Jungmannschaft durch die Gratwanderung zwischen optimalem Service und minimalen Kosten.

Speedscript,Texteingabe, 2001
Als Methode zur Texteingabe versteht Speedscript ihr Tool zur Interaktion zwischen Mensch und Computer. Dabei spielt die Grösse des Geräts keine Rolle mehr. Als Touchscreen-Anwendung soll das Schnellschreibwerkzeug Maus und Tastatur über-flüssig machen. Die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Anwendung konzentriert sich auf die Texteingabe. Die Idee des Firmengründers Raphael Bachmann beruht auf der Kombination von Handschrifterkennung und Bildschirmtastatur. Einfache Schriftzeichen wie Striche werden mit dem Tippen auf Tasten vereint. Auf diese Weise lassen sich auch kleine Touchscreens unabhängig von ihrer Form aufsetzen und optimal nutzen. So hat Speedscript ein die herkömmlichen Schreibsysteme verbesserndes Ein- und Ausgabesystem entwickelt. Bachmanns Zürcher Firma beschäftigt heute drei Mitarbeiter.

Biosec-IT,Biometrie, 2005
Wenn einer frischen Technik zum Durchbruch verholfen werden soll, gehts meist nicht ohne Zusammenarbeit. Biosec ist auf den Zug der kapazitiven Fingerabdrucksensorik aufgesprungen. Vier Mitarbeiter verkaufen die biometrischen Werkzeuge von Veridicom. Sie sehen als Einsatzgebiete die Medizinaltechnik, die Zugangskontrolle im Allgemeinen sowie das breite Feld des E-Government wie beispielsweise das E-Voting. Biosec verspricht, diese Einsatzgebiete auch mit Partnerfirmen den hiesigen Verhältnissen anzupassen.

Seclutions,IT-Security, 2000
Weil in nahezu jedem Unternehmen die IT-Netzwerke den Zugang zu den Firmeninformationen liefern, ist die Infrastruktur- Sicherheit entscheidend. Die Zürcher Seclutions hat sich als Herstellerin von standardisierten IT-Sicherheitsanwendungen einen Namen gemacht. Die 14 Seclutions-Mitarbeiter versprechen Web-Applikationen zu schützen, die mit üblichen Firewalls und Virenscannern nicht zu sichern sind. Dabei geht es in erster Linie um geschäftskritische Anwendungen. Insbesondere mit ihrem Airlock genannten Sicherheits-Gateway für Applikationen kann sich die Schweizer Seclutions neben dem ständigen weiterentwickelten Angebot grosser Sicherheitsunternehmen behaupten.

Intellion,Logistik-RFID, 2000
Welche Möglichkeiten in RFID-Anwendungen stecken, zeigt die St. Galler Intellion für den Logistik-Bereich. Ob bei der manuellen Handhabung von Wafer-Scheiben in der Halbleiterindustrie oder bei der Tourenverwaltung von Transpörtlern, Intellion realisiert die Umsetzung von Produktionssteuerungs- und Logistikkonzepten auf RFID-Basis. Die zehn Mitarbeiter von Intellion liefern für komplexe Abläufe das Prozess-Wissen, bringen aber auch die RFID-bedingten Hard- und Softwarekenntnisse. Ausserdem halten sie Kontakt zu den Forschern, die an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaft und Technik die Entwicklungen vorantreiben. Fruchtbar werden die bei Intellion etwa dann, wenn RFID-basierte Logistikabläufe Temperaturkontrollen umfassen.

Opacc,KMU-Software, 1988
Seit der Gründung fokussiert sich die Krienser Opacc auf geschäftskritische und möglichst standardisierte Software-Anwendungen für KMU. Die 80 Mitarbeiter haben insbesondere den Handel- und Dienstleistungssektor im Blick. Opaccs Spezialitäten sind Applikationen für den Ein- und Verkauf, die Warenwirtschaft, den Kundendienst und die Finanzen. Längst sind diese Anwendungen neben Windows auch Web-basiert zu haben. Aufgebaut ist die Software auf einer serviceorientierten Architektur, die mit vorgefertigten Funktionen ausbaubar ist. Als Dienstleisterin schliesst Opacc Schnittstellenprobleme aus.

Finnova,Bankensoftware, 2003
Die rund 140 Mitarbeiter der Lenzburger Softwareschmiede haben verstanden, dass Banken heute mit einem Minimum an Schnittstellen ihre Prozesse möglichst standardisiert abwickeln wollen. Mit 30-jähriger Erfahrung gelingt 2003 der Evolutionssprung zum modular aufgebauten, offenen Gesamtsystem mit einer Lösung für die Systemmigration. Finnova gilt als Effizienstreiber in Sachen Bankensoftware.

Netcetera,Software-Entwickler, 1996
Netcetera hat sich in den fast zehn Jahren ihres Bestehens als Software-Entwicklerin und IT-Projektspezialistin einen Namen gemacht. Heute arbeiten 65 Netcetera-Mitarbeiter in der Schweiz und 25 in Mazedonien. Spezialisiert hat sich das Zürcher Unternehmen auf Dienstleistungen im Finanzumfeld und in der Raumfahrt. Als Integrator haben sich die IT-Spezialisten auf geschäftskritische Applikationen für Sicherheits-, Informations- und Transaktionssysteme fokussiert. Bedient wird das gesamte IT-Umfeld von der Analyse eines Projektes bis zur Umsetzung. Ausserdem engagiert sich Netcetera nach wie vor im Forschungsbereich und bietet beispielsweise Studenten Praktika in der Applikationsentwicklung an. Mit speziellen Qualifikationen im Intern-Sektor entwickelte die Software-Firma mit einer Pathfinder-genannten Koordinationsplattform ein Trassenzuteilungs-Tool, das heute von den meisten zentraleuropäischen Bahngesellschaften genutzt wird.

Avaloq,Bankensoftware, 2000
Hervorgegangen aus der 1985 gegründeten BZ-Informatik gilt das seit fünf Jahren als Avaloq Evolution firmierende Unternehmen zu den heute unumgänglichen hiesigen Anbietern von Bankensoftware. Das Avaloq Banking System verkörpert alles, was von einem zunkunftsoffenen Bankenprogramm erwartet wird. Neben dem modularen Aufbau zählt dazu der Rückgriff auf weitgehend standardisierte Software. Die 220 Köpfe zählende Avaloq-Mannschaft versteht sich als Know-how-Pool, der die Banken von der Analyse der Anforderungen über die Konzeption bis zum Bau der Software bedient. Informatiker und Bankenspezialisten arbeiten bei Avaloq eng zusammen. Zur Parametrisierung und Datenmigration, zum Schnittstellenbau und Change-Management greift Avaloq auf ihr Partnernetz zurück.

C-Channel,Belegleser, 1989
Längst werden Rechnungen und Belege nicht mehr von Hand eingelesen. Die Scanner, die diese Arbeit übernehmen, nutzt man inzwischen auch privat. Die Hünenberger C-Channel mit ihren 31 Mitarbeitern hat diese Nische mit Anwendungen in jeder Grössenordnung belegt. Neben den Lesestiften und Belegscannern haben die CChannel-Spezialisten eigene, Windows-basierte Zahlungsprogramme fürs E-Banking entwickelt.

D-Maze,Internet 2004
Die vier Spezialisten der Zürcher D-Maze positioniert sich als Planer, Entwickler und Betreiber von individuellen Internetprojekten. Das unkonventionelle Vorgehen der Newcomer umfasst beispielsweise die Realisierung von Internetauftritten mit Rückgabegarantie bei Nichtgefallen. D-Maze ist bekannt geworden mit ihrem Updateplusgenannten Content Management System. Zugeschnitten auf KMU funktioniert das System auf allen Servern, die die Scriptsprache PHP unterstützen, benötigt allerdings keine My-SQL-Datenbank. D-Maze fokussiert sich aufs Web-Design und -Hosting, baut aber auch Web-Shops.

Estarter.ch,Business-Treff, 2000
Wer nach IT-Jungunternehmern, -KMU oder -Startups sucht, kommt um die schweizweit agierende Kontaktplattform Estarter.ch nicht herum. Neben den üblichen Verbindungen zu Unternehmen, bieten die 15 in St.Gallen domizilierten Mitarbeiter auch Möglichkeiten zur Beschaffung von Startkapital an, betreiben eine Job-Börse und vermitteln Expertenwissen. Ausserdem gibts praktische Unterstützung etwa beim Erstellen von Businessplänen.

Extratel,Callcenter, 1998
Die aus der Swisscom herausgegründete Telefondienstleisterin bietet heute alle über das Telefon abwickelbaren Marketingmassnahmen an. Das schliesst die Kundengewinnung und -betreuung genauso ein, wie den Telefonverkauf oder den Telefondienst an sieben Tagen über jeweils 24 Stunden. Inzwischen nutzt Extratel das eigene Know-how aber auch für die Organisations- und Technikberatung sowie für die Systemintegration. Mit der Servicedeskxpert genannten Web-Applikation verfügen die Callcenter-Spezialisten aber auch über ein Ticketing- und Support-System, das verschiedene Sprachen bedient und den Bedürfnissen der Anwender angepasst werden kann. Extratel verspricht damit die Verschmelzung von den Dienstleistungen im Callcenter mit den Ansprüchen seiner Kunden. Das Basler Unternehmen profitiert nach eigenen Aussagen von einem normenbasierten und ständig aktualisierten Qualitätsmanagement.

At Rete,IT-Beratung, 1997
Die Zürcher At Rete gehört zu den wenigen Unternehmen, die stark geprägt sind durch die eigenen Mitarbeiter. Nicht umsonst sprechen darum die IT-Berater für die Informations- und Kommunikations-Branche (ICT) davon, dass At Rete mit ihren Mitarbeitern gleichzusetzen ist. Die 20-köpfige Truppe startete einst mit netzwerktechnischer Kompetenz, versteht sich heute aber als geschäftsnahes Beratungshaus für den gesamten ICT-Sektor. Anspruch ist dabei immer eine Gesamtsicht der Infrastruktur zu liefern, die Technik, Mensch und Prozesse umfasst. Dabei decken die Berater inzwischen das ganze Servicespektrum ab und bedienen ihre Kunden von der Strategieentwicklung über Design und Engineering bis zur Umsetzung. Ein Schwerpunkt liegt heute auch bei der ICT-Security.

Fastmile,Datenübertragung, 2001
Wer grosse Datenmengen ohne Kabel über eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung transportieren will, dem bietet die Urdorfer Fastmile eine Ethernet-Anbindung via FSO (Free Space Optics). Zum Einsatz kommt eine Laser-Technik, die für das menschliche Auge unsichtbar ist und unschädlich sein soll. Sie erlaubt Übertragungsraten von bis 2,5 Gbit pro Sekunde über maximal vier Kilometer Distanz. Damit bietet Fastmile eine attraktive Alternative, wenn beispielsweise für Breitbandverbindungen teure Kabelanbindungen notwendig werden. Die ursprünglich für den Militäreinsatz konzipierte Datenüberbrückung per Laser-Kanone hat sich inzwischen in Campus-Netzen genauso etabliert wie bei der LAN-Integration (Local Area Network) von Gebäuden der öffentlichen Verwaltung. Fastmile plant, baut, betreibt und wartet diese Laser-Kommunikationsverbindungen.

Infoguard,Security, 2001
Als Sicherheitsdienstleisterin für die Industrie und öffentliche Verwaltung hat sich die in Zug ansässige und 20 Mitarbeiter zählende Infoguard inzwischen etablieren können. Neben der breiten Palette von der Konzeption bis zur Implementierung von Security-Lösungen haben sich die Zuger mit Sicherheitsberatungen und Sensibilisierungs-Workshops hervorgetan. Zudem setzen sie auch im Ausbildungsbereich einen Schwerpunkt ihrer Aktivitäten. Für die Umsetzung der Projekte arbeitet das Unternehmen mit diversen Partnern zusammen.

Infomedis,Spital-RFID, 2004
Dass im RFID-Umfeld ein grosses Potenzial zur Automatisierung schlummert, ist längst klar. Dennoch hinkt die Einführung der Kennzeichnungstechnik den Ansprüchen der Anwender hinterher. Im medizinischen Sektor ist die Alpnacher Infomedis zur Vorreiterin geworden. Unter der Leitung von Rolf Zemp decken die fünf Mitarbeiter die ganze Palette von der Patientenidentifikation über die Kennzeichnung von Probegefässen bis zur Ortung von Personen und Geständen in Spitälern, Labors, Heimen und Arztpraxen ab. Infomedis profiliert sich zudem als branchenunabhängige Beraterin in Sachen RFID-Technik. Sie liefert Systemanalysen, Beratung in Rechtsfragen undImplementierungshilfen. Angesichts desträgen Medizinsektors trägt Infomedis mit RFID zu schlanken Strukturen bei.

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