Ländle überholt die Schweiz bei E-Health

Das Fürstentum Lichtenstein will bis im nächsten Jahr ein elektronisches Patientendossier flächendeckend einführen. Damit wäre das Ländle der Schweiz voraus.

» Von Mark Schröder , 15.04.2016 15:10.

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Das Fürstentum Liechtenstein will bis 2017 ein elektronisches Patientendossier flächendeckend einführen. Dafür will der Verein eHealth Liechtenstein eine Plattform auf der Basis von Swisscom Health Connect bauen, wie es in einer Mitteilung von Swisscom heisst. Als Grund für die Wahl wird genannt, dass die Lösung alle gängigen Prozesse von der Spitalanmeldung über die Dossier-Einsicht bis zum E-Rezept unterstützt.

Vollkommen kompatibel ist die Schweizer Plattform allerdings nicht, gesteht der Anbieter selbst ein. Die Lösung setzt zwar auf den internationalen Standard IHE (Integrating the Healthcare Enterprise) auf, müsse aber an die Besonderheiten des Landes Liechtenstein angepasst werden. Damit ist das Ländle jedoch nicht allein. Das Fürstentum ist die fünfte Region, in der Swisscom Health Connect in Betrieb gehen soll. Der Anbieter arbeite mit Partnern an «grossen Vernetzungsaufträgen» in Basel, Bern, St. Gallen und Zürich, sagt Stefano Santinelli, Leiter eHealth bei Swisscom.

Grenzüberschreitende Plattform möglich

Die Anpassungsarbeiten dürften sich indes in Grenzen halten, denn die «eHealth-Strategie Liechtenstein» orientiert sich stark am Schweizer Pendant. Bern (2007) hat dabei vorgelegt, Vaduz (2012) nachgezogen. Nun wechselt das Ländle offenbar auf die Überholspur, denn hierzulande wird mit der Lancierung des elektronischen Patientendossiers nicht vor Ende 2017 gerechnet. Allerdings zugegeben: Die Koordination der Interessengruppen auf Bundes- und Kantonsebene in der Schweiz ist ungleich schwieriger. 

Im Nachbarland geht die Initiative vom Amt für Gesundheit in Vaduz, dem Labormedizinischen Zentrum Dr. Risch, der Liechtensteinischen Ärztekammer, dem Liechtensteinischen Landesspital sowie einer Gruppe von Ärzten aus. Sie sind im Verein eHealth Liechtenstein organisiert, der auch mit dem Verein «eHealth Südost» in Verbindung steht. Der dortige Geschäftsstellenleiter Richard Patt vom Kantonsspital Graubünden war für die Anfrage, ob die Wahl von Swisscom in Lichtenstein für die Südostschweiz eine Signalwirkung habe, nicht erreichbar.

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