«KI wird Banken so stark verändern wie alle Branchen»

» Von Mark Schröder , 27.10.2017 08:00.

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Sie haben ein internes Seed Funding. Sind daraus schon Ideen entstanden, die Sie eingeführt haben? Welche?

Mit dem Seed Funding haben wir in den vergangenen zweieinhalb Jahren schon mehr als 60 Projekte unterstützt. Davon ist rund ein Viertel bereits in Produktion – oder auf dem Weg dorthin. Ein Beispiel ist das Online-Onboarding. Die Lösung haben wir gemeinsam mit Start-ups innerhalb weniger Monate realisiert und als erste Bank der Schweiz auf den Markt gebracht. Ein zweites Beispiel ist SmartWealth, die digitale Vermögensverwaltung in Grossbritannien.

Stammt auch Innovation aus dem Management? Ist Ihr CEO beispielsweise schon mit einer Idee auf Sie zugekommen?

Natürlich erhalten wir auch Inputs aus dem Management. Bevor Paymit auf dem Markt war, habe auch ich mich häufiger gefragt, warum ich meinem Hunde-Sitter das Geld nur überweisen kann. Viel einfacher wäre es doch, wenn ich ihm den Lohn schlicht mit einer App senden könnte. 

Die Idee zur Online-Kontoeröffnung stammt wie erwähnt ebenfalls aus den eigenen Reihen. Aber natürlich werden wir auch durch die Forschung, andere Branchen und Kundengespräche inspiriert.

Welche Bedeutung haben Kundenkanäle für Millenials wie WeChat oder Facebook?

Insbesondere in Asien haben wir Kunden, bei denen WeChat zum Alltag gehört. Deshalb prüfen wir Lösungen auch für diese Plattform. Unser Fokus liegt dabei allerdings auf der Sicherheit.

«Bei der digitalen Identität arbeiten auf eine Kooperation hin, wie wir sie bei Twint schon haben»

Veronica Lange, UBS

Kommt der digitale Identitätsnachweis von der UBS?

UBS erachtet den digitalen Identitätsnachweis als eine fundamentale Säule für die digitale Ökonomie. Heute haben Kunden eine Vielzahl verschiedener Benutzerkonten und müssen jedes Mal, wenn sie bei einem neuen Dienstleister etwas kaufen möchten, den Registrationsprozess erneut durchlaufen. In Estland oder Indien begegnet man diesem Problem mit einem zentralistischen Ansatz. Es gibt aber auch privatwirtschaftliche Lösungen von Apple oder Facebook sowie Identitätssysteme von Banken. Bei Letzteren sind die skandinavischen Institute die Vorreiter. Die dortigen Bank-IDs wurden von den Kreditinstituten lanciert und später als Identitätsnachweise staatlich anerkannt. Einen ähnlichen Weg, sprich die Arbeitsteilung zwischen Staat und Markt, sieht UBS auch für die Schweiz. 

Die Banken bringen in Bezug auf Datenschutz und Sicherheit sehr viel Know-how mit, da schon heute sehr viele Kundendaten digital verwaltet werden und die Anwender bereits hochsichere und fortschrittliche Identifikationsmittel haben, die sie täglich für E-Banking einsetzen. Allerdings ist es zwingend notwendig, dass sich möglichst viele Unternehmen an einem solchen System beteiligen. Je mehr Partner an Bord sind, desto grösser wird der Nutzen für die Kunden und umso besser gelingen die Akzeptanz und die Verbreitung des Systems. Deshalb findet derzeit ein Austausch zwischen allen interessierten Parteien statt. Dabei wird geprüft, ob man in der Schweiz die Kräfte bündeln kann, um eine gemeinsame Lösung zu schaffen.

Sie präferieren eine einzige Lösung für die Schweiz?

Ganz klar: ja! Wir arbeiten auf eine Kooperation hin, wie wir sie bei Twint auch schon haben. Grundvoraussetzung ist allerdings, dass die Anwendung unseren Sicherheitsanforderungen entsprechen muss. 

International untersuchen wir ausserdem die Möglichkeiten einer Identitätslösung auf Basis der Blockchain.

Nächste Seite: Blockchain bei der UBS

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