Japan: So reagieren IT-Riesen auf die Katastrophe
Die Naturkatastrophe und ihre Folgen haben auch Auswirkungen auf die japanische IT-Branche. Mehrere Konzerne wie Sony oder Panasonic haben Produktionsstätten stillgelegt. Computerworld hat nachgefragt, was das für die Schweiz bedeutet.
Die Hachiko-Kreuzung vor dem Bahnhof Shibuya in Tokio (Bild: Google Street View)» Von , 15.03.2011 11:20.
Derzeit beherrschen die Ereignisse in Japan weltweit sämtliche Medien. Zuerst kam es zu einem der schwersten Erdbeben der Menschheitsgeschichte, in weiterer Folge zu einem verheerenden Tsunami und momentan bangt die Welt um die Sicherheit von havarierten Atomkraftwerken in der Region. Neben Tausenden Toten und damit verbundenen menschlichen Leid hat Japans Katastrophe auch Auswirkungen auf die Geschäfte führender IT-Konzerne.
Sony, einer der weltgrössten Elektronikkonzerne, hat derzeit im Nordosten Japans sechs Produktionsstätten still gelegt. Zudem wurden weitere japanische Produktionsstätten heruntergefahren, die vom Erdbeben und dessen Folgen verschont geblieben sind. Damit will der IT-Gigant dafür sorgen, dass die angeschlagene Stromversorgung nicht zusätzlich belastet wird. Mit grösseren Auswirkungen auf das helvetische Geschäft ist derzeit aber offenbar aber nicht zu rechnen: «Dank der globalen Verteilung unserer Produktionsstätten gehen wir trotz der Stilllegung einiger Fabriken im Moment davon aus, dass wir in der Schweiz und in Österreich unsere Lieferungen wie geplant sicherstellen können», erklärt das Unternehmen auf Anfrage von Computerworld. Sony hat jedenfalls eine finanzielle Soforthilfe in Höhe von 300 Millionen Yen zugesagt, was umgerechnet rund 3,4 Millionen Franken entspricht. Das Geld soll vor allem verschiedenen Hilfsorganisationen zugute kommen. Laut Unternehmenssprecherin Fiona Flannery wird dabei der Wiederaufbau eine grosse Rolle spielen und «nicht nur die unmittelbare Soforthilfe». Ausserdem verteilt der Konzern 30'000 Radios. Dies soll die Informationsversorgung der Bevölkerung in den Krisenregionen sicherstellen. Gemäss Unternehmensangaben werden weitere Produktionsspenden angedacht, «um dort zu helfen, wo die Not am Grössten ist».
Auch Mitbewerber Panasonic hat den Betrieb in der betroffenen Region eingestellt. Aufgrund der noch anhaltenden Nachbeben könnten die Werke Sendai und Fukushima nicht betreten werden, erläuterte der Konzern am gestrigen Nachmittag. Wann die Produktion dort wieder aufgenommen werden kann, hängt von mehreren Faktoren ab. So will Panasonic Informationen einholen, was den Zustand der Strom-, Gas- und Wasserversorgung sowie Logistik und Beschaffung betrifft. Auch Panasonic unterstützt die Opfer der Naturkatastrophe mit Geld- und Sachspenden. So stellt der Konzern ebenfalls 300 Millionen Yen sowie Radiogeräte, Lampen und Batterien zur Verfügung.
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