IT-Chef der ZAS geht

«Ich musste mich hinterfragen», sagt der Abteilungsleiter der Zentralen Ausgleichskasse nach dem IT-Debakel. Und tritt als Konsequenz zurück.

» Von Fabian Vogt , 26.09.2014 10:07.

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Der IT-Abteilungsleiter der Zentralen Ausgleichskasse (ZAS) verlässt das Amt per Ende Oktober. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger» mit Hinweis auf eine interne Mitteilung.

Die IT-Abteilung der ZAS sorgte dieses Jahr immer wieder für Negativschlagzeilen: Diverse IT-Projekte wurden unrechtmässig freihändig vergeben, andere mussten gestrichen werden oder wurden aus zwielichtigen Gründen abgebrochen. Unabhängige Untersuchungen der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) und Ernst & Young bewiesen, dass in der IT-Abteilung der AHV tatsächlich fast nichts richtig funktionierte.

«Jetzt, wo das mediale Gewitter hinter uns zu liegen scheint, muss ich Bilanz ziehen, mich hinterfragen und die beste Lösung für die IT-Abteilung und die ZAS avisieren,» soll der ZAS-IT-Chef gestern seinen Kollegen mitgeteilt haben. Und kam zum Schluss, dass die beste Lösung seine Amtsniederlegung sei. Er wolle sich nun neuen Herausforderungen in einer anderen Organisation stellen.

Der Nachfolger des nicht mit Namen genannten aktuellen IT-Chefs übernimmt interimistisch ZAS-Direktor Patrick Schmied. Dieser hatte vor gut einem Jahr die ebenfalls aufgrund der IT-Affäre zurückgetretene Direktorin Valérie Cavero ersetzt.

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KOMMENTARE

kurt mäschli: 28-09-14 04:01

Für "unrechtmässig freihändig vergeben" muss doch diese Person Bestraft werden. Möchte ja gar nicht wissen wieviel Geld so in seinen eigen Sack geflossen ist. Logischerweise bekommt er jetzt noch einen goldenen Rucksack, wie es bei Bundesstellen so üblich ist. So werden hunderte von Millionen in dieser geschüzten Werkstatt Bundeshaus jährlich verbrannt. Ein Auszug aus dem Bericht der Finanzdelegation betätigt: "Die Finanzdelegation moniert allgemein, dass sich in Sachen Transparenz nichts gebessert hätte, obwohl genau dies versprochen worden sei. So müssten gemäss Gesetz auch die freihändigen Vergaben auf der Publikations-plattform veröffentlicht werden. 2013 seien von 378 freihändigen Vergaben aber nur 146 publiziert worden."
Es wird weiter gewurstelt in BB!

Andreas Steffen: 27-09-14 08:46

Es ist schon erstaunlich wie fast unerträglich gross die Verantwortung dieser Abteilungsleiter ist. Ich war immer der Meinung, Verantwortung bedeute, für etwas Gerade stehen und notfalls einschneidende Konsequenzen zu ertragen. Diese Betriebe von Bund und Kantonen erinnern mich aber mehr an geschützte Werkstätten für moralisch und leicht geistig behinderte Gauner.

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