Freihändige Vergaben: neuer Höchstwert erreicht

Freihändige Vergaben der Bundesverwaltung sorgen seit Jahren für teilweise scharfe Kritik. In Bundesbern scheint man sich daran nicht gross zu stören und vergibt dieses Jahr mehr Aufträge freihändig als jemals zuvor

» Von Fabian Vogt , 22.09.2014 14:06.

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Freihändige IT-Vergaben der Bundesverwaltung sorgen immer wieder für Kritik. Die Seco-Affäre hat kürzlich bewiesen, dass damit Vetternwirtschaft gefördert wird, auch bei anderen Aufträgen wäre wohl eine öffentliche Ausschreibung die bessere Variante gewesen. Nichtsdestotrotz scheint man in Bern von Vergaben abseits von WTO-Richtlinien überzeugt. Letztes Jahr vergab die öffentliche Verwaltung 378 Aufträge mit einem Gesamtwert von 532 Millionen Franken freihändig. Dies berichtet «der Bund», der sich auf den neusten Bericht der Finanzdelegation (FinDel) beruft und von einem neuen Höchststand schreibt. In den letzten Jahren hätten sich die freihändigen Vergaben zwischen 310 und 375 Millionen Franken eingependelt.

Besonders stark hätten die freihändigen Vergaben von Dienstleistungen zugenommen. Deutlich mehr als ein Drittel des Gesamtvolumens der Dienstleistungen von total 858 Millionen sei letztes Jahr nicht im Wettbewerb ausgeschrieben worden. Dazu gehören beispielsweise Mandate für externe Informatiker.

Nicht alle Kapitel des Berichts wurden dem Journalisten zugänglich gemacht. So fehlt die Zusammenstellung der 50 grössten Lieferfirmen, womit genauere Aussagen zu freihändigen IT-Vergaben nicht getätigt werden können. Das Bundesverwaltungsgericht wird allerdings noch entscheiden, ob dieser Teil künftig publik gemacht werden muss, schreibt «der Bund».

Die Finanzdelegation moniert allgemein, dass sich in Sachen Transparenz nichts gebessert hätte, obwohl genau dies versprochen worden sei. So müssten gemäss Gesetz auch die freihändigen Vergaben auf der Publikationsplattform Simap.ch veröffentlicht werden. 2013 seien von 378 freihändigen Vergaben aber nur 146 publiziert worden.

Gut 400 Millionen Franken für die IT

Das Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL) schreibt in seinem für die Öffentlichkeit verfügbaren Controllingbericht, dass der Bund im letzten Jahr 298,86 Millionen Franken für die Beschaffung von IT- und Telekommunikationsmitteln ausgegeben hat. Hinzu kommen 125,09 Millionen Franken für IT- und Telekommunikationsmittel der Armee.

 

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