Zürich ist das Open-Data-Zentrum der Schweiz

Die Zürcher sind in Sachen Open-Data Vorreiter in der Schweiz. Innerhalb der Grenzen gibt es aber Differenzen. Während die Stadt schon länger ein eigenes Portal hat, möchte sich der Kanton so schnell wie möglich dem Bund anschliessen.

» Von Fabian Vogt , 18.09.2013 16:00.

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An der OKCon in Genf geht es harmonisch zu und her wie in einem Bambi-Film. Alle sind nett zueinander, loben sich gegenseitig und freuen sich, wenn der Kollege etwas entwickelt hat. Kein Wunder, die Teilnehmer der OKCon haben auch ein gemeinsames Ziel: Offene Verwaltungsdaten für alle zugänglich zu machen. Das soll einerseits die Wirtschaft ankurbeln und – das der Traum - sogar die Welt ein bisschen verbessern. Doch ausgerechnet am Montag, dem Schweizer Tag, wurde das Reh aufgeschreckt.

Der Launch des Open-Data-Portal des Bundes stand kurz bevor, ein Redner erzählte, dass sich der Kanton Zürich Ende Oktober dem Portal anschliessen und Daten zur Verfügung stellen wird. Als erste Nicht-Bundesbehörde notabene. Im Publikum fragte daraufhin Michael Grüebler, der bei Statistik Stadt Zürich die Abteilung «Innovation & Technologie» leitet, ob es denn um mehr als, wie er bisher dachte, einen ersten Versuch handeln soll. Hintergrund: während die Stadt Zürich bereits vor über einem Jahr ein eigenes OGD-Portal lanciert hat, befasst sich der Kanton erst seit Mai intensiver mit dem Thema. Und nun wird trotzdem der Kanton zuerst an das Bundesportal «angedockt».

Unterschiedliches Vorgehen

Der Vertreter des Kantons, Peppino Giarritta, Chef Stabstelle E-Government der Staatskanzlei, erklärt, wie man vorgegangen ist, um so rasch so weit zu sein: «Wir sind schon länger an der strategischen Ausarbeitung von Open-Government-Data. Seit Mai beschäftigten wir uns intensiver damit und haben ein Pilotprojekt ins Leben gerufen.» Dieses hat zum Ziel, bis Ende Oktober «20-30 Datensätze» im Bundesportal zu veröffentlichen. Die Daten gehören zwar weiterhin dem Kanton, die Implementierung nimmt aber der Bund vor.

«Damit macht es sich der Kanton einfach», sagt Michael Grüebler. «Eigentlich ist angedacht, dass die verschiedenen Organisationen das vom Bund verwendete CKAN-Framework verwenden und eine eigene Instanz bereitstellen.» So machen es auch die bisher angeschlossenen Bundesämter. Giarritta relativiert: «wir nutzen das Portal des Bundes, um Erfahrungen mit Open-Government-Data zu sammeln und werden dann entscheiden, ob wir eine eigene Infrastruktur aufbauen. Das Angebot des Bundes, sich dafür am Portal zu beteiligen ist jedenfalls interessant.» Der Kanton wird Geo- und Statistikdaten verfügbar machen, «von Ämtern also die es gewohnt sind, ihre Daten zu veröffentlichen». Darüber hinaus sei zurzeit noch nichts geplant, auch wenn Giarritta überzeugt ist, dass «andere Stellen ebenfalls noch Daten liefern werden».

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