Internet-Zensur: China geht neue Wege

China war noch nie ein Freund der freien Meinungsäusserung. Doch nun soll die Volksrepublik einen Plan verfolgen, der alles bisher dagewesene in den Schatten stellt: Jedes Internet-Video soll von staatlichen Stellen überprüft werden, bevor es freigegeben wird.

Chinas Regierung will fortan jedes Video überprüfen, bevor es online geht.Chinas Regierung will von nun anjedes Video überprüfen, bevor es online geht.

» Von Fabian Vogt , 12.07.2012 16:25.

Bislang funktionierte die Internet-Zensur in China mit einem Mix aus Zensur-Technologie, Ausspähung und Einschüchterung der User. Das sind die Mittel, welche seit dem «Projekt Goldender Schnitt» China zum bekanntesten Beispiel für Internetzensur gemacht haben.

Nicht nur sind Seiten wie Facebook oder Twitter gesperrt, auch Microsoft, Yahoo und Google zensieren Inhalte gemäss Wünschen der Chinesischen Regierung (siehe dazu den Wikipedia-Eintrag über Internetzensur in der Volksrepublik China).

Das ist der Chinesischen Regierung aber noch nicht genug, angeblich verfolgt sie nun den Plan, alle Internet-Videos anzuschauen und über deren Freigabe zu entscheiden. Das berichtet die Peking-Korrespondentin Didi Tang der Nachrichtenagentur AP, wie «Netzpoltitik.org» schreibt. Der Schritt sei notwendig, um junge Menschen vor vulgären Inhalten zu schützen, hiess es in einer Mitteilung der Agentur. Und unrealistisch ist die Umsetzung nicht:

Dass YouTube, wo in jeder Sekunde eine Stunde an Video-Material hochgeladen wird, blockiert ist, erleichtert das Vorhaben Chinas sicherlich. Und genügend menschliche Ressourcen für diese Methode hat, wenn überhaupt, wohl auch nur China (und Indien).

Zudem beschäftigt der beliebtestechinesische Online-Video-Anbieter Youku nach eigenen Angaben bereits mehrere hundert Mitarbeiter, schreibt die «TAZ».   Diese würden alles Bildmaterial prüfen, bevor es hochgeladen wird. Weder vulgäre oder gewaltsame Inhalte noch irgendetwas Politisches habe dabei eine Chance durchzukommen, sagte eine Mitarbeiterin, die anonym bleiben wollte. Der freien Meinungsäusserung scheinen in China also noch schwierigere Zeiten bevorzustehen.

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