Insieme: Neubeurteilung des Beschaffungswesen gefordert

Nachdem gestern das IT-Flopprojekt Insieme beerdigt wurde, hat sich ICTswitzerland mit deutlichen Worten gemeldet: Das Beschaffungswesen des Bundes sei gescheitert.

Der Bund muss das Beschaffungswesen neu beurteilen, fordert ICTswitzerland.Der Bund muss das Beschaffungswesen neu beurteilen, fordert ICTswitzerland.

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» Von Fabian Vogt , 21.09.2012 11:01.

ICTswitzerland nimmt nach dem Abbruch des Insieme-Projektes kein Blatt vor den Mund: «Damit wird verdeutlicht, dass das Beschaffungswesen des Bundes gescheitert ist», steht in einer Mitteilung. In der Steuerverwaltung würden nun zahlreiche veraltete Applikationen und Schnittstellen weiterhin in Betrieb bleiben. Dazu würde die E-Government-Strategie des Bundes bezüglich Entwicklung der Verwaltung wieder auf Feld eins stehen. Dies würde dem Innovationsstandort Schweiz ein schlechtes Zeugnis ausstellen.

Weiter moniert ICTswitzerland, dass, anstatt Lösungen und Produkte, immer mehr externe Spezialisten vom Bund mandatiert werden. Darum fordert der Dachverband der wichtigsten Schweizer ICT-Verbände, dass das heutige Beschaffungswesen des Bundes einer grundsätzlichen Neubeurteilung unterzogen wird. Zudem wird eine Aussprache mit dem Bund über das weitere Vorgehen betreffend ICT-Beschaffungsprojekten gefordert. 

Zweistufiges Ausschreibungsverfahren gefordert

Denn die vom Bund getroffenen Massnahmen gehen nach Ansicht von ICTswitzerland in die Falsche Richtung: «Werden Projekte nicht richtig ausgeschrieben, nützt auch die Einführung von Qualitätskontrollen nichts. Ein schlechtes Produkt bleibt ein schlechtes Produkt, auch wenn es jeden Tag erneut auf seine Qualität überprüft wird.»

Darum fordert die ICT-Branche seit Jahren ein zweistufiges Ausschreibungsverfahren, wie es in der Privatwirtschaft üblich ist. Zusammen mit einer verbesserten Aus- und Weiterbildung der für die Ausschreibungen beauftragten Mitarbeiter wäre damit sichergestellt, dass Lösungen und nicht Arbeitsstunden angeboten werden. Dass andere Lösungen gesucht werden müssen, war auch der Konsens an der IT-Beschaffungskonferenz, die vor wenigen Tagen in Bern durchgeführt wurde.

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