Infoniqa SQL und «Preisbrecher» Huawei

Mit Symantec-Lösungen für Infrastruktur verdient Infoniqa SQL seit Jahren gutes Geld. Neu haben sich die Zuger den «Preisbrecher» Huawei als Partner angelacht.

» Von Mark Schröder , 04.08.2014 10:04.

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Mit Infrastruktur-Systemen ist heute kein grosses Wachstum mehr zu erreichen. Das musste auch der langjährige Symantec-Partner Infoniqa SQL feststellen. Die Zuger sind Spezialisten für Backup- und Management-Lösungen der Norton-Company plus den passenden Systemen von zum Beispiel EMC oder NetApp. «Das Geschäft mit Infrastruktur-Systemen stagniert, da die Speicherpreise erodieren», konstatierte Urs Tschudin, Verwaltungsratschef bei Infoniqa SQL, im Gespräch mit Computerworld. Das bedeute für sein Unternehmen, für Neugeschäft muss entweder das Portfolio verbeitert, neue Märkte erschlossen oder andere Partner gefunden werden. Infoniqa SQL entschied sich für einen neuen, aufstrebenden und leistungsfähigen Partner: Huawei.

Zu den Chinesen knüpfte Tschudin erste Kontakte, als Symantec eine Hardware-Appliance auf der Basis von Huawei-Technologie lancierte. Das war 2008. Als Symantec 2011 aus dem Joint Venture mit den Chinesen ausschied, hielt Infoniqa SQL an Huawei fest. Unterdessen ist zum Beispiel auch der IT-Dienstleister Atos auf die Chinesen aufmerksam geworden. Im März dieses Jahres wurde eine weitreichende Partnerschaft kommuniziert. «Die Router, Switches, Server und Storage-Lösungen von Huawei halten derweil zu sehr konkurrenzfähigen Preisen höchsten technologischen Ansprüchen stand», liess sich Rolf Burri, Account Executive bei Atos, zitieren.

Die «sehr konkurrenzfähigen Preise» bei Huawei sind auch für Infoniqa SQL ein Grund gewesen, vertieft mit den Chinesen zusammenzuarbeiten. «Wer günstig einkaufen will, sollte bei Ausschreibungen die Teilnahme von Huawei publik machen», sagt Tschudin. Marktbegleiter wie Cisco, EMC und IBM fürchteten mittlerweile den Preisdruck durch die Chinesen.

Tschudin attestiert seinem Partner, dass die Qualität stimme und insbesondere der Aufwand immens sei, auf dem Schweizer Markt Fuss zu fassen. Huawei erfülle die Anforderungen der Kunden mit viel Ressourcen. Auch hätten die Kunden direkte Ansprechpartner hierzulande und in China. Die teilweise für Kunden spezifisch gebauten Installationen benötigen zwar eine intensive Wartung, allerdings habe Huawei die Mannstärke, um den Aufwand stemmen zu können. Bei der CSS Kranken-Versicherung, der Stadt Thun und den Verkehrsbetrieben Luzern haben sich die Lösungen der Chinesen bereits bewährt, sagt Tschudin.

Der Verwaltungsratspräsident von Infoniqa SQL erwägt, die Kooperation mit Unternehmen aus dem Reich der Mitte auch auf anderen Ebenen voran zu treiben. Die weit reichenden Erfahrungen von Infoniqa SQL mit Huawei könnten nach den Worten Tschudins anderen Anbietern helfen. Die Schweizer würden sich quasi als Eintrittskarte für chinesische Firmen in den Schweizer Markt anbieten. Konkrete Partner hat er aber zurzeit noch nicht im Sinn.

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