07.05.2013, 19:51 Uhr

IBM Schweiz setzt auf Cloud und Social

Vor über 1200 Gästen skizzierten Experten am IBM Symposium, wie sich Big Blue die IT-Unterstützung des Unternehmensbetriebs und des Geschäfts der Zukunft vorstellt.
Schweiz-Chef Christian Keller eröffnete das IBM Symposium in Luzern
Vom Mainframe bis hin zur visuellen Analyse-Software für die Tablet-Bedienung reicht IBMs Produktpalette. Einige dieser Lösungen wollten vier Technologie-Spezialisten am Dienstag am IBM Symposium den mehr als 1200 Teilnehmern näherbringen. Den Anlass im Kultur- und Kongresszentrum Luzern eröffnete Christian Keller, General Manager IBM Schweiz. Er zeigte sich erfreut über den regen Zuspruch der Kunden, Partner und auch Business-Entscheider. «Informatik interessiert heute nicht mehr nur ausschliesslich die IT-Abteilung», meinte der Schweiz-Chef wohl zu recht. In Kundengesprächen ist auch Kellers Kollegen Sebastian Krause diese Entwicklung augenscheinlich geworden. «Früher musste der CIO die Einfluss der IT für das Geschäft verdeutlichen, heute fordert das Business vermehrt die Unterstützung der Informatik ein», sagte IBMs Vice President Global Storage Sales. Das Geschäftsleben von morgen werden nach den Ausführungen von Krause fünf allgegenwärtige Trends prägen: erstens die schnelle Cloud-Adaptation, zweitens mögliche Wettbewerbsvorteile durch Analytik, drittens der Fokus auf mehr Sicherheit, viertens das Nutzen von Social Networking und Mobile im Business sowie fünftens die Konsolidierung der Infrastruktur. Jedes einzelne Thema ist gemäss dem Manager schon ein eigenes Projekt – allerdings könnten die Trends nicht isoliert betrachtet werden. Alles wirke schon heute gleichzeitig und beeinflusse sich gegenseitig.
Angesichts der kommenden Anforderungen und der Komplexität heutiger IT-Infrastrukturen mahnte Dean Marsh dazu, die Informatik zukünftig vermehrt aus der Cloud zu beziehen. Für den Vice President Enterprise Initiatives bei IBM ist die Cloud keine Alternative mehr. Sie sei vielmehr ein Imperativ. Insbesondere die Anforderungen der Schweizer Kunden nach Betrieb von Systemen und Lagerung von Daten im Inland habe IBM gehört, führte Marsh aus. Deshalb installiert Big Blue noch in diesem Jahr ein Cloud-Rechenzentrum in Winterthur. Nächste Seite: Trends in Social Networking
Die neuen Systeme – auch in Winterthur – können zum Beispiel Handelsunternehmen hierzulande dafür nutzen, um über die modernen Kommunikationskanäle mit den Verbrauchern zu interagieren. Für die direktere Betreuung der Smartphone-Nutzer und Online-Shopper sind mehr und neuartige Informatikressourcen erforderlich, wusste Frank Theisen, Vice President Smarter Analytics und Smarter Commerce von IBM Europe. Am IBM Symposium gab Theisen das Ziel vor, dass Interaktion zwischen Kunde und Anbieter im Idealfall eins zu eins ist. Heute streuten die Unternehmen Angebote und Werbung noch in die breite Masse. Die Konsumenten wünschten sich aber längst personalisierte Angebote. Das Online-Reiseportal Expedia gehe mit gutem Beispiel voran: Anhand der GPS-Daten lokalisiert Expedia seine Kunden und bietet ihnen einen Flug an den Heimatort oder auch ein Hotelzimmer in der Umgebung an.

Sozial im Geschäft

Einen Blick auf die Trends im «Social Business», der Adaptation von Social-Networking-Technologien im Geschäftsalltag, warf IBMs Vice President Sandy Carter. Für sie ist Social die neue Produktionskette in allen Unternehmensteilen – vom Kundendienst, dem Marketing über die Rekrutierung bis hin zur Fertigung könnten die Technologien künftig genutzt werden. Im Service biete es sich an, nicht nur telefonischen Support zu liefern, sondern auch auf Anfragen via Facebook oder Twitter zu reagieren. Wenn Likes bei Facebook in Echtzeit ausgelesen werden können, liessen sich im Detailhandel Displays installieren. Darauf würden dann die Freunde per virtuellem Daumen abstimmen, welche Abendgarderobe in die engere Auswahl kommt.
Ebenfalls nützlich seien LinkedIn & Co. bei der Kandidatenauswahl für eine vakante Stelle, befand Carter. Diese Interaktionskanäle würden von US-amerikanischen Grosskonzernen allerdings heute schon nahezu durchgängig genutzt. In der Industrie sind dagegen die Social-Mechanismen noch nicht so verbreitet. Aber für das unternehmensinterne Networking etwa bei der Produktentwicklungen seien die den Angestellten aus dem Privatbereich vertrauten Technologien ebenfalls nützlich, sagte Carter. Für sie steht fest: «Es ist heute schädlicher, Social Networking zu ignorieren als die Paradigmen für das Geschäft zu nutzen.»



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