Hypi Lenzburg probt das Open Banking

Die Hypothekarbank Lenzburg öffnet ihr Kernbankensystem für Programmierer. Über eine offene Schnittstelle können FinTechs die Daten und Services des Finanzinstituts nutzen.

» Von Mark Schröder , 05.05.2017 16:29.

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Die Hypothekarbank Lenzburg will sich weiter für Start-ups öffnen. Die Bank stellt FinTechs neu eine offene Programmierschnittstelle für ihr Kernbankensystem Finstar zur Verfügung. Das System wird damit zu einer offenen Bankenplattform, wie der Finanzdienstleister mitteilt. 

Die Programmierschnittstelle (Application Programming Interface, kurz API) hat die Bank gemeinsam mit dem deutschen IT-Dienstleister NDGIT entwickelt. Die technische Umsetzung soll Ende Mai abgeschlossen sein. Dann können FinTechs die Daten und Services der Lenzburger für eigene Anwendungen sowie Geschäftsmodelle nutzen.

Die vollkommene Offenheit – wie sie die kommende Payment Services Directive 2 (PSD2) vorsieht – traut sich die Hypi augenscheinlich noch nicht zu. Nach PSD2 müssen Banken (im EU-Raum) ab 2018 offene Schnittstellen zu den Daten und Konten ihrer Kunden anbieten. In der Mitteilung der Lenzburger heisst es lediglich, dass «ausgewählten» Unternehmen aus der Fintech-Branche «nach Absprache» ihre Funktionen und Finanztools einfach und sicher an das Finstar-System anbinden können.

Schon ein Dutzend Kunden

Erste Interessenten für die neuen APIs gibt es aber schon: «Der Aufbau der offenen Plattform steht zwar noch am Anfang. Mit Advanon, CreditGate24, Datalizard, EdgeLab, Finform, Payrexx und Qontis haben wir aber schon einige spannende Fintech-Kooperationen am Laufen, die auch im neuen digitalen Ecosystem Eingang finden sollen», sagt Marianne Wildi, CEO der Hypothekarbank Lenzburg, laut der Mitteilung. Auch können die acht Finstar-Partner, die heute ihre Operationen über das Kernbankensystem abwickeln, die neue Open-Banking-Plattform nutzen. 

Weiterer Interessent ist der Fachverband Swiss Fintech Innovations (SFTI). Den Kollegen soll die Banking-Plattform als virtuelle Sandbox bereitgestellt werden, erklärt die Hypi. «SFTI arbeitet an einem Schweizer API-Standard mit Schwerpunkt Banken und Versicherungen. Mit der Sandbox soll eine allgemein zugängliche API-Referenzumgebung verfügbar gemacht werden, die zum Beispiel von SFTI-Mitgliedern zu Testzwecken genutzt werden kann», sagt Jürgen Petry, Co-Direktor bei Swiss Fintech Innnovations, laut der Mitteilung.

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