Huawei: «Nur mit dem Preis kann man nicht argumentieren»

» Von Jens Stark , 04.06.2015 15:41.

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CW: Sie haben die Wichtigkeit von Forschung und Entwicklung betont. Wie gross ist diese Abteilung, wieviel geben Sie für die Forschung aus?

Leung: Unsere Forschungsabteilung ist riesig. Von weltweit 170‘000 Mitarbeitern arbeiten 76'000 in Forschung und Entwicklung. Das entspricht der kompletten Belegschaft einiger unserer Mitbewerber. Das ist sehr gewollt so, wir haben nämlich eine Richtlinie, dass 45 Prozent unserer Belegschaft in Forschung und Entwicklung tätig sind. Deshalb konnten wir technologisch so schnell aufholen und sind inzwischen in vielen Bereichen führend.

Derzeit haben wir sechs Entwicklungszentren, die wir jeweils dort errichten, wo wir zu den Talenten kommen. So sind wir beispielsweise in Stockholm, im Silicon Valley sowie in München und Mailand präsent.

CW: Aber nicht in der Schweiz…

Leung: Noch nicht, aber wer weiss… Wir eröffnen jedenfalls ständig neue Forschungsstandorte, so zuletzt in Paris, wo wir das Geräte- und App-Design für unsere Smartphones entwickeln.

Aber auch unser Forschungsfokus ändert sich. Bislang drehte sich unsere Entwicklung rund um unsere Produkte. Die Forschung wird aber zunehmend wissenschaftlich. Wir betreiben also zunehmend auch Grundlagenforschung, beispielsweise im Bereich Materialwissenschaft.

CW: Was sind einige der heissesten Techniken, an denen Huawei-Forscher arbeiten?

Leung: Da gibt es viele. Ein Problem, das alle IT-Geräte derzeit plagt, ist, dass die Chips und Umsysteme zu heiss werden. Dabei versuchen wir zu erreichen, dass gar nicht so viel Wärme entsteht. Daneben forschen wir an Kühlsystemen.

Ein weiteres Problem, an dem wir arbeiten, ist die Verbindung aus dem Chassis. Diese ist nämlich auf 10 Gigabit pro Sekunde beschränkt und wird zunehmend zum Flaschenhals.

CW: Wie haben die Consumer-Geräte wie die Smartphones Ihnen im Geschäftsumfeld geholfen?

Leung: Wir werden dadurch sicherlich bei vielen Nicht-Telco-Leuten bekannt und unsere Visibilität ist gestiegen. Ob allerdings das Consumergeschäft uns im Enterprise helfen wird, wissen wir wohl erst in einigen Jahren.

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