HPE im Split-Fieber: Nach Service- wird jetzt Software-Sparte verscherbelt

Spalten, spalten, spalten: Die Software-Sparte von Hewlett Packard Enterpprise steht zum Verkauf. Die Private-Equity-Firma Thoma Bravo bietet 7,5 Milliarden Dollar.

» Von Michael Kurzidim , 02.09.2016 15:07.

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Hewlett Packard Enterprise (HPE) wird den Spalt-Pilz nicht mehr los. Nach dem Riesen-Mega-Split in die beiden selbstständigen Unternehmen HP Inc. (Drucker, Laptops, Desktops) und HPE (Storage, Server, Software, Cloud) kam im Mai dieses Jahres die Service-Sparte von HPE unter den Hammer.

Der Schritt kam selbst für HPE-Insider überraschend, nur ein enger Führungszirkel um HPE-Chefin Meg Whitman scheint eingeweiht gewesen zu sein. Die Service-Business-Sparte geht an den Dienstleister CSC, und Whitman wird dort - zusammen mit weiteren Top-HPE-Managern - einen Sitz im Direktorium übernehmen. Der Deal soll bis März 2017 über die Bühne gehen.

Thoma Bravo bietet 7,5 Milliarden

Jetzt steht die Software-Sparte der HPE zum Verkauf an. Das höchste Kaufangebot soll bislang die Private-Equity-Firma Thoma Bravo LLC abgeliefert haben. Die Rede ist von 7,5 Milliarden US-Dollar, meldet Reuters. Man sei sich aber noch uneinig, wie viel HPE-Software letztendlich wert ist. Die Evaluierung läuft, noch sei der Deal nicht in trockenen Tüchern. 

Trotzdem legte die HPE-Aktie kurz nach Bekanngabe des geplanten Verkaufs an der New Yorker Börse um vier Prozent zu.

Andere Private-Equity-Firmen bieten mit, darunter Vista Equity Partners Management, die Carlyle Group LP und TPG Capital. Die Federführung des Verkaufsprozesses hat die Investmentbank Goldman Sachs übernommen.

Zu den Software-Trümpfen von HPE zählen unter anderem die Big-Data-Analytics-Plattform Vertica, die 2011 zu einem völlig überzogenen Preis übernommene britische Software-Schmiede Autonomy, die Sicherheits-Software ArcSight und diverse IT-Operations-Lösungen. Autonomy allein hat damals 10,3 Milliarden Dollar gekostet. Heute wäre HPE froh, wenn seine gesamte Softwaresparte 10 Milliarden einbringt.

Meg Whitman's Mantra: Wir schaffen das!

Auf die Verkäufe angesprochen wiederholt HPE-Chefin Whitman, ähnlich wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, das immer gleiche Mantra: Man wolle sich stärker auf die Kernkompetenz Hardware und das zukunftsträchtigere Cloud-Geschäft fokussieren. 

Die Cloud ist das Geschäft der Zukunft, aber - mit Einschränkung - noch nicht der Gegenwart. Software-Riesen wie Microsoft, Oracle und SAP haben ihr Portfolio in die Cloud verlagert. Die Erlöse hinken bislang noch hinterher.

HPE macht da keine Ausnahme. Aber ohne Software funktioniert die Cloud nicht, und die stösst HPE gerade ab.

Computerworld meint: Es tut einem schon weh, mit ansehen zu müssen, wie einer der ganz grossen IT-Traditionskonzerne per Salamitaktik Scheibchen für Scheibchen verhackstückt wird. Wegen Fehlentscheiden im Top-Management kam HP nicht aus der Dauerkrise heraus. Jetzt zieht Whitman rigoros die Reissleine. Welche Geschäftseinheit steht als nächste auf der Verkaufsliste?

 

 

 

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