Handy am Steuer ungefährlich?

» Von pte / Thomas Pichler, 12.08.2013 10:10.

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Konkret hatte die Tatsache, dass in den USA lange Zeit Gespräche am späteren Abend billiger waren Auswirkungen auf das Telefonieverhalten. Das Team konnte zeigen, dass im Bebobachtungszeeitraum 2002 bis 2005 das Gesprächsvolumen von Autofahrern nach 21:00 Uhr um sieben Prozent gestiegen ist. Beim Vergleich mit Unfalldaten haben die Forscher aber keine entsprechende Steigerung der relativen Unfallzahl am späteren Abend gefunden. Es sei daher angebracht zu hinterfragen, ob das Telefonieren im Auto wirklich so gefährlich ist, wie derzeit allgemein behauptet wird, so Bhargava.

Problematische Studie

Freilich stellt sich auch die Frage, wie aussagekräftig die aktuelle Studie wirklich ist. «Die Häufigkeit von Telefonaten ist nicht der einzige Risiko-Parameter, wichtig sind auch konkrete Kontextbedingungen wie beispielsweise die Verkehrsdichte», erklärt Manfred Tscheligi, Experte für Ablenkung im Auto und Leiter des Christian Doppler Labors «Contextual Interfaces» an der Universität Salzburg. Am späteren Abend ist das Verkehrsaufkommen nicht mehr so hoch wie zur Rush Hour, sodass abgelenkte Fahrer eher mit kleinen Fahrfehlern unfallfrei davonkommen dürften.

«Eine Möglichkeit ist, dass Fahrer die Ablenkung durch die Handy-Nutzung dadurch kompensieren könnten, dass sie bewusst wählen, wann sie einen Anruf tätigen oder während eines Gesprächs vorsichtiger fahren», räumt auch Bhargava ein. Das könne auch erklären, warum Laboruntersuchungen zu ganz anderen Ergebnissen kommen. Zudem betont das Team, dass die Studie sich weder mit dem Simsen noch mit der Internet-Nutzung auf dem Handy befasst - es ist also keinesfalls auszuschliessen, dass gerade diese in den vergangenen Jahren immer gängiger gewordenen Ablenkungen ein echtes Risiko mit sich bringen. (www.pressetext.com)

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