Google-Entwickler sorgt mit sexistischem Schreiben für Aufregung

Bei Google hat ein anonymer Entwickler mit einem internen Schreiben für Aufruhr gesorgt. Er spricht sich darin gegen die Förderung von Frauen aus.

» Von lp, sda, 07.08.2017 10:30.

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Ein Entwickler bei Google hat den geringen Anteil von Frauen in der Technologiebranche mit «biologischen» Unterschieden der Geschlechter erklärt und damit für heftige Aufregung gesorgt. In einem rund zehnseitigen internen Memo schreibt ein anonymer männlicher Entwickler bei Google, die Vorlieben und Fähigkeiten von Männern und Frauen unterschieden sich teils aus biologischen Gründen.

Diese Unterschiede könnten erklären, warum Frauen in der Technologiebranche und in Führungspositionen unterrepräsentiert seien. Frauen seien «offener gegenüber Gefühlen und gegenüber Ästhetik», sie zögen daher die Arbeit in sozialen oder künstlerischen Branchen vor. Männer hingegen verfügten über «natürliche Fähigkeiten», die sie zu besseren Programmierern machten.

Das interne Schriftstück gelangte am Sonntag an die Öffentlichkeit. Danielle Brown, die neue Google-Managerin für Diversität, zuständig also für die Vielfalt der Belegschaft auch im Hinblick auf die Geschlechter, wies die Ansichten unverzüglich zurück: In einer E-Mail an die Angestellten erklärte sie, diese Äusserungen würden weder von ihr noch vom Konzern «unterstützt, gefördert oder ermutigt». Ein «Kulturwechsel» sei schwer und oft unbequem. Brown fügte jedoch auch hinzu, dass es möglich sein müsse, unterschiedliche Ansichten, auch politischer Art, zu äussern.

Das US-Tech-Portal Gizmodo veröffentlichte inzwischen das kontroverse Dokument in voller Länge auf seiner Webseite.

Die US-Technologiebranche ist von Männern dominiert. In letzter Zeit sind vermehrt Frauen an die Öffentlichkeit gegangen, die sich wegen Diskriminierung beschwerten. Der Gründer des Fahrtenvermittlers Uber, Travis Kalanick, trat kürzlich sogar unter dem Druck von Investoren zurück, nachdem die Vorwürfe gegen Uber wegen einer aggressiven und sexistischen Unternehmenskultur zu heftig geworden waren.

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