Fahrerlose Autos: Neues Lebensgefühl mit Herausforderungen für die Cybersicherheit

Autonome Autos werden früher oder später unser Strassenbild prägen. Bei allen Vorteilen sind sie viel mehr als bisherige Fahrzeuge angreifbar von Aussen. Wir zeigen mögliche Angriffszenarien und Gegenmassnahmen an.

» Von Franz Kaiser, Regional Vice President Alps Fortinet, 10.11.2016 14:58.

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Autos sind ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags und unentbehrlich für den täglichen Transport tausender Menschen von und zu ihren Arbeitsplätzen, durch belebte Orte und von Land zu Land. Da «intelligente» Fahrzeuge bereits so eine wichtige Rolle in unserem Alltag spielen, ist es keine grosse Überraschung, dass der teilweise und vollständig autonome Transport und das Potenzial von fahrerlosen Autos zu heiss diskutierten Themen geworden sind. Einige Länder wie das Vereinigte Königreich, Frankreich und die Schweiz testen autonome Autos bereits auf öffentlichen Strassen. Laut Gartner werden fahrerlose Fahrzeuge in reifen Märkten bis 2030 ca. 25 Prozent aller Passagiere transportieren.

Während Autobahnen voller fahrerloser Autos für einige eine herrliche Zukunftsvision sind, bietet diese Perspektive Hackern eine weitere Gelegenheit, verheerenden Schaden anzurichten. Die immer ausgefeilteren Cyberangriffe und Datenschutzverletzungen in den letzten Jahren haben dazu geführt, dass der Schutz der Autofahrer vor Bedrohungen aus dem Netz zu einem der wichtigsten Entwicklungsschwerpunkte und -herausforderungen in der Automobil- und Sicherheitsindustrie geworden sind.

Fahrerlose Autos – möglicherweise nicht einmal mehr mit einem Lenkrad ausgestattet – sind ein sehr fortschrittliches Transportmittel. Sie haben erheblich mehr elektronische Komponenten als «klassische» Autos und hängen von Sensoren, Radar, GPS-Mapping und verschiedenen künstlichen Intelligenzen ab, die das selbstständige Fahren ermöglichen. Diese neuen Steuerungs- und Sicherheitssysteme müssen in die schon heute vorhandenen elektronischen Systeme an Board integriert und kabellos mit dem Hersteller verbunden werden und möglicherweise sogar Services von Dritten über das Internet anbieten. Und genau hier liegt das Problem: Wenn Hacker aus der Entfernung auf ein Fahrzeug zugreifen und eines seiner Systeme kompromittieren, besteht ein erhebliches Risiko, angefangen vom Diebstahl vertraulicher und geschäftlicher Daten bis hin zu ganz realen Gefahren für das Leben der Passagiere und für ihr Eigentum.

Mögliche Angriffsmöglichkeiten für vernetzte und autonome Autos 

Rechteausweitung und Systemverflechtungen: Nicht alle Systeme und Netzwerke in einem Auto werden auf gleiche Art und Weise erstellt werden.  Die Angreifer werden nach Schwachstellen in weniger geschützten Services wie Unterhaltungssystemen suchen und versuchen, über das interne Netzwerk auf sensiblere Systeme „überzuspringen“.  Beispielsweise ist typischerweise eine begrenzte Kommunikation zwischen dem Motor-Management-System und dem Unterhaltungssystem gestattet, damit Alarme wie „Motorfehler!“ oder „Tempomat aktiv“ angezeigt werden können. Und genau diese Verbindung könnte ausgenutzt werden.

Systemstabilität und -berechenbarkeit:  Klassische Autosysteme sind in sich geschlossen und kommen normalerweise von einem einzigen Hersteller.  Neue autonome Autos werden sehr wahrscheinlich Software von mehreren Anbietern enthalten – einschliesslich Open Source Software.  Die Informatik ist nun im Gegensatz zu industriellen Steuerungssystemen, wie es Autosysteme sind, nicht unbedingt für ihre Vorhersehbarkeit bekannt.  Tatsächlich neigen IT-Systeme dazu, auf unberechenbare Weise zu versagen.  Das ist sicherlich tolerierbar, so lange es sich nur um eine Website handelt, die nicht erreichbar ist, bis ein Server wieder hochgefahren wird. Das ist aber inakzeptabel im Falle eines Steuerungssystems, das nicht einmal ansatzweise beeinträchtigt werden darf, wenn ein angrenzendes Unterhaltungssystem oder das Auto-WLAN abstürzen oder einfrieren.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Bekannte Bedrohungen werden angepasst

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KOMMENTARE

Harri Hasler: 11-11-16 14:28

Also ich weiss nicht...
Die Bahn gibt's ja schon seit 1850. Und dort fährt ein Wagen auf dem Geleise entweder vorwärts oder rückwärts. Und das einzige autonome Fahren das ich kenne gibt's am Flughafen Zürich zum Terminal E.
Und jetzt will man uns weismachen, dass das mit Autos funktionieren soll?
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