Banken: IT bietet hohes Sparpotential

Am Zürcher «Finance Forum» massen Experten aus Banking sowie IT-Branche der Computertechnologie eine hohe Bedeutung beim künftigen Wandel der Finanzunternehmen zu.

» Von Mark Schröder , 10.11.2011 08:52.

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Auf Schweizer Banken kommen Veränderungen zu – einerseits wegen der Turbulenzen auf den Finanzmärkten, andererseits aber auch durch Optimierungspotenzial bei den IT-Systemen. Diese Ansichten äusserten Wirtschafts- und Finanzfachleute an der Medienkonferenz des Zürcher «Finance Forums». Raiffeisenbank-CIO Damir Bogdan erwartet etwa, dass sich im Banking-Backoffice hierzulande viel bewegen wird. Indes sei das Backoffice aber kein Differenzierungsmerkmal, vielmehr seien auch Kooperationen mehrerer Banken möglich. «Die Differenzierung ist über das Frontoffice und den Kundendienst möglich», meint Bogdan. Hier könne die IT viel Unterstützung bieten.

Die Standardisierung der IT-Lösungen in hiesigen Banken ist nach Aussage von Peter Gubler, dem ehemaligen COO der Bank Vontobel, aber längst nicht abgeschlossen. «In Banken wird nur sehr zögerlich standardisiert», weiss Gubler. In der Schweiz zeichneten sich aber heute zwei Standardsysteme ab: Avaloq und Finnova.

Kunden laufen den Banken davon

Dass am Banking-Backend gearbeitet werden muss, wissen Bogdan und auch Gubler. Hier gehe es um das Industrialisieren von Prozessen und das Automatisieren von Abläufen. Zu viel Optimierung berge nach den Worten von Professor Wolfgang Gerke aber auch die Gefahr, dass andere Bereiche nicht hinterher kämen. «Was nützt es, wenn die IT bis zum Anschlag optimiert ist, das Marketing aber nicht nachkommt?», stellte der Finanzexperte als Frage in den Raum.

Finanzspezialist Gubler wusste eine Antwort: «Standardisierte Kundenschnittstellen fördern die Fluktuation der Kunden.» Wenn die Offerten der Banking-Anbieter austauschbar seien, was angesichts der aktuell tiefen Zinsen wahrscheinlich ist, suchten sich die Verbraucher immer denjenigen Finanzdienstleister aus, der gerade das attraktivste Produkt habe. Professor Gerke sprach sogar vom «Kunden-Hopping», da Verbraucher über die Offerten besser orientiert seien.

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