ETH Lausanne baut Biosensor-Chip

Forscher der ETH Lausanne haben einen Chip entwickelt, der unter die Haut implantiert werden kann und Biodaten wie Blutzucker- und Cholesterin-Werte sammelt.

» Von Jens Stark , 04.06.2015 14:30.

Wissenschaftler der ETH Lausanne haben einen Biosensor der besonderen Art vorgestellt. Der Chip ist gut ein Quadratzentimeter gross, wird unter der Haut eingepflanzt, erhält seine Energie von einem externen Pflaster und kommuniziert mit dem Smartphone. Einmal implantiert überwacht er eine Reihe von Moleküle, wie Blutzucker, Cholesterin und Spuren bestimmter Medikamente.

Der Chip soll ein präziseres Bild der Blutzusammensetzung liefern. Im Gegensatz dazu sind heutige Analysen eine Momentaufnahme. 

«Das ist der weltweit erste Chip, der nicht nur den pH-Wert und die Temperatur misst, sondern auch Stoffwechsel-relevante Moleküle wie Glukose, Laktate und Cholesterin sowie Madikamente erfasst», meint Sandro Carrara vom Integrated Systems Laboratory der ETH Lausanne, welches den Chip zusammen mit der Radio Frequency Integrated Circuit Group entwickelt hat. «Wenn man präzise und in Echtzeit die Effekte von Medikamenten auf den Metabolismus in Erfahrung bringen kann, ist das ein wichtiger Fortschritt in Richtung auf eine personalisierte Medizin, welche wir anstreben», ergänzt Carrara.

Diese Werte sammeln insgesamt sechs Sensoren. Ein Controller analysiert die eintreffenden Signale und ein kleiner Sender verschickt die Daten nach aussen. Der Chip enthält schliesslich eine Induktionsspule, welche den Strom von einer Batterie empfängt, die als Pflaster auf die Haut geklebt wird. Im Pflaster ist zudem das Bluetooth-Modul untergebracht, das mit dem Smartphone kommuniziert.

An Mäusen getestet

Der Chip wurde bereits am Istituto di Ricerca in Biomedicina (IRB) in Bellinzona getestet, und zwar an Mäusen. Dort konnten die Forscher ständig die Konzentration von Blutzucker und Paracetamol überwachen. Die Ergebnisse seien vielversprechend verlaufen, so dass erste klinische Tests an Menschen in drei bis fünf Jahren erwartet werden können.

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