DigitalSwitzerland will Schweizer KMU in die Digitalisierung führen

DigitalZurich2025 heisst neu digitalswitzerland und hat seine Ambitionen vergrössert. Als erstes lanciert man eine (weltweit einzigartige) Plattform, die nach Weiterbildungsmöglichkeiten im Digitalisierungsbereich suchen lässt.

» Von Fabian Vogt , 16.09.2016 11:08.

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DigitalZurich2025 ist Geschichte. DigitalSwitzerland gestartet. Fertig Zürich-Denken, nun konzentriert sich die Initiative, die Zürich zum digitalen Mekka Europas machen wollte, auf die Schweiz. Einen ersten Input der Romands gab's bereits: Man solle doch das «2025» entfernen, riet Daniel Borel den Initianten. Egal wie man die Zahl betrachten würde - ob als End- oder Zwischenstation - sie würde «dumm dastehen», zitierte Ringier-CEO Marc Walder seinen Logitech-Kollegen. Und gehorchte.

Dieser Input war allerdings der einzig wahrnehmbare Beitrag eines Nicht-Zürchers am Medienanlass zur Neuorganisation. Dass die Initiative dennoch auch schweizweit Gewicht haben wird, dafür standen nebst Marc Walder zahlreiche weitere Initianten, deren Geschäfte sich über die Limmat-Stadt ausdehnen. Wann werben schon Patrick Warnking, Country Director Google Switzerland, Daniel Küng, CEO Switzerland Global Enterprise, Namics-CEO Jürg Stuker und Holger Greif, Leiter digitale Transformation bei PwC Schweiz, für eine gemeinsame Sache? An ihrer Stelle hätten auch Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer, Post-CEO Susanne Ruoff, Ständerat Ruedi Noser, Swisscom-CEO Urs Schaeppi oder UBS Switzerland CEO Lukas Gähwiler stehen können, die allesamt zum Gründerteam von DigitalZurich2025 gehören und auch bei digitalswitzerland weiter dabei sind. Neu stossen unter anderem die EPFL und die von Mailand geprägte Tessiner Mode-Industrie dazu, sagte Walder.

Was ist neu?

Während sich DigitalZurich2025 auf Start-ups konzentrierte und Initiativen startete, um einerseit Schweizer Jungunternehmen zu fördern, andererseits internationale Start-ups nach Zürich zu locken, sind KMU die Zielgruppe von digitalswitzerland. Diese seien das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft, sagte Google-Chef Patrick Warnking. Mit der Digitalisierung hätten sie aber so ihre Probleme.

In einem ersten Schritt will die Initiative die Angestellten für die Digitalisierung fit machen. Zu diesem Zweck hat man die Plattform www.educationdigital.ch lanciert, eine Suchplattform für Weiterbildungsangebote im Digitalisierungsbereich. Eine weltweit einmalige Sache, versichern die Initianten.

Die Plattform wurde auf Pro-Boni-Basis von Namics entwickelt. Jürg Stuker erzählt uns, dass sie dies hauptsächlich aus zwei Gründen gemacht hätten: Einerseits wegen des Marketings. Es würden halt weit mehr Leute an eine Veranstaltung kommen, zu der Ringier einlädt, als an eine von Namics, stellt Stucker fest. Andererseits, um den Angestellten abwechslungsreiche Projekte bieten zu können.

Bislang 21 Partner

Education Partner – Organisationen, die Schulungen anbieten – weisen auf der sowohl für Anbieter als auch Anwender kostenlosen Plattform ihre Angebote aus, die ein hoffentlich intelligenter Suchalgorithmus nach Bedarf sortiert. Die Kursteilnehmer bewerten die Angebote, ganz nach dem System Tripadvisor. Zu Beginn sind 21 Institutionen aus der Schweiz und Deutschland dabei. Darunter Migros Klubschule, HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich, Schweizerisches Institut für Betriebsökonomie oder die HSG.

Daniel Künzle, der das Lehrzentrum der ETH leitet, begrüsst die Plattform. Die ETH hätte so die Möglichkeit, Forschung und Weiterbildung zu vereinen, was der Wirtschaft nur nützlich sein könne. Einzig die Kursbewertung sei kritisch, sagt Künzle. Man hätte bereits eigene Qualitätssicherungen, die unter anderem auch auf der Befragung von Teilnehmern basieren. Wie man verhindern könne, dass diese mit Fragebögen überhäuft würden, sei eine der Herausforderungen, die er nun angehen müsse. Eine Konsolidierung der eigenen und der Qualitätssicherung von digitalswitzerland schliesst Künzle aus: «Unsere eigene geht natürlich viel weiter».

Weiter gehen muss auch die Initiative. Die Mitarbeiter zu schulen ist eine Sache, damit sind die KMU aber nicht digitalisiert. Digitalisierung ist Chefsache, sagte Holger Greiff von PwC. Konkrete Projekte für die Führungsetagen konnte er aber keine nennen, wie auch sonst niemand der Anwensenden. Man sei keine Marketingmaschinerie, erwiderte Ringier-CEO Marc Walder auf eine Frage der Computerworld. Sondern würde mit Ankündigungen zuwarten, bis Projekte konkretisiert wurden. Vorerst werden die Mitglieder der Initiative deshalb weitere Education-Partner in der gesamten Schweiz rekrutieren, Unterstützer für die Initiative in der Romandie, im Tessin und im Bündnerland suchen und fleissig die Google-Analytic-Resultate der neuen Plattform studieren. Denn, das ist auch klar: So gut gemeint die Initiative ist und so gut das Feedback bisher darauf ist: Auch sie muss sich an Zahlen messen lassen.

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