Der IT-Jahresrückblick der Computerworld. Teil 2/3

» Von Fabian Vogt , 30.12.2014 10:00.

weitere Artikel

Kuckucks-WLAN

Die Cablecom hat mit einem innovativen Angebot viel Aufmerksamkeit erhalten. Im Januar wurde «Wi-Free» in der Stadt St. Gallen lanciert. Dabei wird auf bestehenden WLAN-Routern ein Hotspot errichtet, der Cablecom-Kunden gratis zur Verfügung steht. Wi-Free erstellt auf dem Modem ein zweites Netzwerk mit einem eigenen Datenvolumen. Das Netzwerk des Modembesitzers wird also nicht belastet. Seit Oktober gibt es «Wi-Free» in der ganzen Schweiz.

Stösst jedoch der Anschluss des Hauses an seine Grenzen, kann Wi-Free eine zusätzliche Belastung für sämtliche Anwohner bedeuten. Das separate Netzwerk bedeutet auch, dass Wi-Free-Nutzer nicht auf das interne Netzwerk des Modembesitzers zugreifen können. Dennoch scheint das Angebot gemessen an den Reaktionen erfolgreich zu sein. Besonders Bars oder Restaurants sollten davon profitieren können, indem sie Wi-Free als Zusatzangebot für Gäste W-LAN anbieten. In jedem Fall eine gelungene Innovation der Cablecom. Nach den Problemen mit Horizon im letzten Jahr und Vorwürfen, in den NSA-Skandal verstrickt zu sein, eine willkommene Abwechslung für den grössten Kabelnetzbetreiber der Schweiz.

Swissness im Kurs

Auch im Jahr Eins nach Edward Snowdens Enthüllungen war die NSA-Affäre Dauerthema in den Medien. Die spektakulärsten Veröffentlichungen zu den Spionagetätigkeiten der Geheimdienste scheinen aber mittlerweile gemacht zu sein. Nun wollen sich auch Schweizer Firmen die Auswirkungen zu Nutze machen. Volker Birk vom Chaos Compuer Club Schweiz hat eine Verschlüsselungssoftware für Laien entwickelt, welche den Hexadezimalschlüssel von einem Telefonanruf ablösen lassen soll. Und die beiden ehemaligen PTT-Schwestern, die Schweizerische Post und Swisscom, haben je einen konkurrierenden Gratis-Speicher lanciert und hoffen, dass verunsicherte Nutzer diese US-Diensten wie Dropbox oder iCloud vorziehen.

Gleichzeitig zeigt aber ein Blick auf den early Adopter Threema, dass das Thema Sicherheit noch nicht so zieht, wie von den Anbietern erhofft. Während WhatsApp alleine in Deutschland über 30 Millionen Nutzer hat, waren es bei Threema im gesamten deutschsprachigen Raum im Sommer rund 3 Millionen. Und zudem gibt es ebenfalls Kritik bezüglich Sicherheit an der Schweizer App. Am Ende dürften die Schweizer Firmen durch das Thema Sicherheit im Privatkundenbereich etwas an Anteilen dazugewinnen, der grössere Profit dürfte aber im Geschäftskundenbereich gemacht werden können.

 

Das war Teil 2 unseres Jahresrückblicks. Morgen geht es unter anderem um Bundesratsentscheide und Bitcoins

Werbung

KOMMENTARE

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBEN

*
*
*
*

Alles Pflichfelder, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

Die Redaktion hält sich vor, unangebrachte, rassistische oder ehrverletzende Kommentare zu löschen.
Die Verfasser von Leserkommentaren gewähren der NMGZ AG das unentgeltliche, zeitlich und räumlich unbegrenzte Recht, ihre Leserkommentare ganz oder teilweise auf dem Portal zu verwenden. Eingeschlossen ist zusätzlich das Recht, die Texte in andere Publikationsorgane, Medien oder Bücher zu übernehmen und zur Archivierung abzuspeichern.