Das iPhone als Vorbild für eHealth

Welche Merkmale haben dem iPhone den grossen Erfolg beschert? Diese Kriterien könnten sich Anbieter von eHealth-Lösungen zum Vorbild nehmen, meinen Experten.

» Von Mark Schröder , 11.03.2011 17:45.

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Mehr als jedes zweite hierzulande verkaufte Smartphone stammt von Apple. Die Erfolgsmerkmale des iPhone sollten sich eHealth-Anbieter zum Vorbild nehmen, um ihre Produkte und Services an die Kunden zu bringen, meint Moshe Rappoport vom Zürcher IBM-Research-Labor. Der Trendforscher nannte am «Swiss eHealth Forum» in Bern vier Eigenschaften, die auch ihn als «Digital Immigrant» von dem Telefon überzeugt hätten: Benutzerfreundlichkeit, Personalisierbarkeit, die Freiheit, Informationen jederzeit und überall abrufen zu können, sowie Sicherheit und Vertrauen.

Laut Rappoport müssten es eHealth-Lösungen wie das iPhone schaffen, die «Digital Divide» zwischen «Digital Immigrants» und «Digital Natives» zu durchbrechen. Sowohl die ältere Generation als auch die jungen Erwachsenen, die mit Informationstechnologie aufgewachsen sind, sollte das elektronische Patientendossier, Web-Applikationen für das Management von Gesundheitsdaten oder auch mobile Apps benutzbar sein. Ein aktueller Fall, in dem die Kluft zwischen den Generationen nicht überwunden wurde, sind laut dem IBM-Vordenker die neuen Billettautomaten des Zürcher Verkehrsverbunds. Jeder zweite Benutzer klagt über Probleme mit den Maschinen.

Digitale Krankenakte «Evita»

Die Swisscom legte ähnliche Massstäbe wie Rappoport an ihr Gesundheitsdossier «Evita» an. Die gleichnamige Tochterfirma ermittelte in Marktforschungen, dass Einfachheit, Zusatznutzen für den Besitzer, Personalisierbarkeit und tiefe Kosten entscheidende Verkaufsargumente für das Gesundheitsdossier sind. Nur 15 Prozent äusserten Bedenken wegen des Datenschutzes.

Mittlerweile ist Evita seit fast anderthalb Jahren am Markt. Über den Erfolg macht Swisscom keine Aussage. Am Berner «Swiss eHealth Forum» kündigte CTO Beat Perny an, dass sein Unternehmen weiter an dem Produkt arbeite. Kunden äusserten mittlerweile häufig den Wunsch, über das iPhone auf ihre Gesundheitsdaten zugreifen zu wollen. Diese Anfragen wolle Evita beantworten. Zudem plane Swisscom eine kostenlose Version des Evita-Dossiers, das alle Basisfunktionen mitbringe. Für Schnittstellen zum Arzt oder Spital sowie eine medizinische Betreuung werden Evita-Kunden auch künftig zahlen müssen – bis zu 12,50 Franken im Monat.

Für dieses Geld sollen Kunden künftig Zugriff auf das elektronische Patientendossier nach den Massgaben des Bundes und der Kantone erhalten, führte Perny aus. Wenn Standards und Schnittstellen von offizieller Seite definiert sind, werde Evita auch als Ablage und Zugangsportal für die eHealth-Plattform genutzt werden können.

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