Das Handy als Schlüssel benutzen

Dass mit NFC bargeldlos bezahlt werden kann, ist bekannt. Doch die Technik kann weit mehr, als bloss Ersatz-Portemonnaie zu spielen.

Reinhard Kalla kann neue Anwendungsmöglichkeiten für NFC präsentieren.Reinhard Kalla kann neue Anwendungsmöglichkeiten für NFC präsentieren.

» Von Fabian Vogt , 25.09.2012 16:18.

An der Security Essen hat der Schweizerische Anbieter kontaktloser Personenidentifikations-Technologie, Legic Identsystems, eine neue Funktionsweise von NFC vorgestellt. So sollen künftig Mobiltelefone und Kreditkarten auch als Schlüssel benutzt werden können.

Man stelle sich vor: Ein technischer Mitarbeiter steht vor einer Lagerhalle und muss für eine Reparatur unvorhergesehen eintreten. Da er keinen physischen Schlüssel dabei hat, ruft er im Unternehmen an und lässt sich für die erforderlichen Türen die Zugangsberichtigung aufs Handy senden. Wenn er die Arbeiten beendet hat, werden die Berechtigungen wieder gelöscht. Das soll nicht nur eine Komfortsteigerung, sondern auch zusätzliche Sicherheit bieten, da die virtuelle Zutrittskarte jederzeit wieder entzogen werden kann.

Wie das im Detail funktioniert, erklärt Reinhard Kalla, Vice President Product Marketing & New Business bei Legic: «Die Personalisierung, also das Platzieren von Daten und Rechten auf dem Telefon, geschieht über das Mobilfunknetz. Die Daten werden dann ähnlich dem App-Store bei Apple vom Unternehmen verwaltet und versendet.» Ein solcher Dienst nennt sich Trusted Service Management. «Wir rechnen damit, dass die Mobilfunkanbieter im Verlauf des nächsten Jahres ihre Infrastruktur soweit ausgebaut haben werden, dass die kommerzielle Umsetzung ein Thema wird», sagt Kalla.

Das Interessante: der NFC-Chip ist mit den Daten für die Personenauthentifizierung nicht ausgelastet. «Das Legic-System ist in der Lage, verschiedene Anwendungsmöglichkeiten gleichzeitig zu verwalten», sagt Kalla. «Mit nur einer Plastikkarte oder einem Telefon kann ich eine Tür aufmachen, Kaffee holen und die Zeiterfassung durchführen». Sperrige Schlüsselbunde oder überquellende Geldbörsen werden nicht mehr gebraucht. 

NFC ist momentan in der Schweiz noch nicht im Fokus der Öffentlichkeit, mit dem Einstieg von Migros und Coop zu Beginn des nächsten Jahres wird sich dies vermutlich ändern. Dabei spielt es wohl auch nur eine untergeordnete Rolle, dass Apple beim neuen iPhone 5 auf den Einsatz von NFC verzichtet hat.   

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